Kategorie: Verdauung Pferd

  • Kolik beim Pferd: Der komplette Notfallplan für Pferdebesitzer

    Kolik beim Pferd: Der komplette Notfallplan für Pferdebesitzer

    Dein Pferd steht mit angezogenem Bauch in der Box, scharrt nervös, wirft sich hin und wieder auf – und du spürst dieses kalte Gefühl im Magen. Kolik. Der Albtraum jedes Pferdebesitzers.

    Kolik beim Pferd: Der komplette Notfallplan für Pferdebesitzer

    Was ist Kolik beim Pferd?

    Kolik Pferd Notfallplan

    Kolik bezeichnet Bauchschmerzen beim Pferd, die verschiedene Ursachen haben können. Sie ist die häufigste Todesursache bei Pferden nach Unfällen und betrifft bis zu 10% aller Pferde mindestens einmal im Leben. Die gute Nachricht: Mit schnellem Handeln und der richtigen Behandlung können Sie Ihrem Pferd das Leben retten.

    Kolik erkennen: Die wichtigsten Warnsignale

    Je früher Sie eine Kolik erkennen, desto besser sind die Heilungschancen. Achten Sie auf diese Symptome:

    • Unruhe und Nervosität: Das Pferd wirkt angespannt, kann nicht stillstehen
    • Schwitzen: Ohne erkennbare Anstrengung oder bei kühlen Temperaturen
    • Gähnen: Häufiges Gähnen kann ein Schmerzsignal sein
    • Hinlegen und Aufstehen: Das Pferd legt sich ungewöhnlich oft hin und steht wieder auf
    • Blick in die Flanken: Das Pferd schaut sich die eigene Bauchseite an
    • Wälzen: Versucht sich zu wälzen, oft heftiger als normal
    • Fressunlust: Verweigert Futter oder Wasser
    • Verdauungsstörungen: Kein oder wenig Mistabsatz

    Der Notfallplan: Schritt-für-Schritt-Anleitung

    Schritt 1: Ruhe bewahren

    Ihre eigene Ruhe überträgt sich auf das Pferd. Panik verschlimmert die Situation. Atmen Sie tief durch und handeln Sie systematisch. Ein gelassener Pferdebesitzer ist die beste Unterstützung für sein Tier in dieser stressigen Situation.

    Schritt 2: Pferd beobachten und sichern

    • Entfernen Sie Heunetze, um Strangulationsgefahr zu vermeiden
    • Führen Sie das Pferd wenn möglich in einen sicheren Bereich
    • Bereich sichern: Bei heftigem Wälzen die Umgebung von gefährlichen Gegenständen räumen, Verletzungsgefahr minimieren
    • Notieren Sie die Symptome für den Tierarzt

    Wichtig: Das vollständige Verhindern von Wälzen ist bei schwerer Kolik oft unrealistisch und nicht immer sinnvoll. Manche Tierärzte empfehlen sogar kontrolliertes Wälzen zur Darmentlastung. Konzentrieren Sie sich stattdessen darauf, eine sichere Umgebung zu schaffen.

    Schritt 3: Tierarzt kontaktieren

    Rufen Sie sofort Ihren Tierarzt an. Beschreiben Sie die Symptome genau. Fragen Sie nach der geschätzten Ankunftszeit und besprechen Sie Erste-Hilfe-Maßnahmen.

    Wichtige Informationen für den Tierarzt:
    – Wann begannen die Symptome?
    – Welche Symptome zeigen sich?
    – Hat das Pferd gefressen (Art und Menge)?
    – Gab es Veränderungen in Haltung oder Fütterung?
    – Vorerkrankungen oder frühere Kolikepisoden?

    Schritt 4: Erste-Hilfe-Maßnahmen bis zur Ankunft des Tierarztes

    • Futter entziehen: Kein Heu, Kraftfutter oder Leckerlis bis zur tierärztlichen Untersuchung
    • Wasser nach tierärztlicher Absprache anbieten: Bei bestimmten Kolikformen (Aufgasung, Darmverschluss) kann Wassergabe den Zustand verschlechtern. Fragen Sie Ihren Tierarzt, ob Wassergabe in Ihrem Fall sinnvoll ist.
    • Bewegung: Führen Sie das Pferd langsam im Schritt, wenn es nicht zu stark geschwächt ist
    • Bei Schwitzen: Pferd zudecken: Ein schwitzendes Pferd läuft Gefahr auszukühlen, besonders bei kühlen Temperaturen oder Wind. Hypothermie kann den Kreislauf weiter verschlechtern. Verwenden Sie eine Abschwitzdecke oder normale Pferdedecke zum Schutz vor Auskühlung.
    • Ruhe bewahren: Warten Sie den Tierarzt ab, vermeiden Sie eigene Behandlungsversuche

    Schritt 5: Tierärztliche Untersuchung abwarten

    Der Tierarzt wird folgende Untersuchungen durchführen:

    • Abhören des Darmes: Darmgeräusche geben Aufschluss über die Verdauungsaktivität
    • Rektale Untersuchung: Tasten von Darmabschnitten
    • Blutuntersuchung: Werte zeigen Entzündungen und Dehydrierung
    • Magensonierung: Überprüfung des Mageninhalts
    • Ultraschall: Darstellung von Darmabschnitten

    Behandlungsmöglichkeiten bei Kolik Pferd

    Die Behandlung hängt von der Kolikform und Schwere ab:

    Konservative Behandlung (medikamentös)

    Bei leichten bis mittelschweren Koliken:

    • Krampflösende Mittel: Buscopan, Metamizol entspannen die Darmmuskulatur
    • Schmerzmittel: Flunixin, Phenylbutazon lindern Schmerzen
    • Infusionstherapie: Ausgleich von Flüssigkeits- und Elektrolytverlust
    • Laxanzien: Paraffinöl oder Bittersalz fördern die Darmpassage
    • Prokinetika: Medikamente zur Anregung der Darmbewegung

    Chirurgische Behandlung

    Bei schweren Verläufen oder mechanischen Darmverschlüssen:

    • Notfall-Operation: In einer Pferdeklinik mit chirurgischer Ausstattung
    • Indikationen: Darmverdrehung, Einklemmung, schwere Verstopfungen
    • Nachsorge: Intensive Betreuung und schrittweise Wiederauffütterung

    Nachsorge und Prävention

    Nach überstandener Kolik ist die Nachsorge entscheidend:

    Fütterung anpassen

    • Heu: Hochwertiges, staubfreies Heu in kleinen Portionen
    • Kraftfutter: Reduzieren oder ganz streichen, je nach Absprache mit dem Tierarzt
    • Fresspausen in der Nachsorge: Nach einer Kolikepisode sollte die Fresspause maximal 4-6 Stunden betragen. Dies gilt speziell für die Erholungsphase, nicht als allgemeine Regel für gesunde Pferde. Pferde sind als Dauerfresser konzipiert – lange Fresspausen erhöhen das Kolikrisiko.
    • Wasser: Immer frisch und sauber verfügbar, nach Absprache mit dem Tierarzt

    Haltung optimieren

    • Bewegung: Regelmäßiger Auslauf oder Weidegang
    • Stressreduktion: Vermeidung von abrupten Veränderungen
    • Sozialkontakt: Artgerechte Haltung mit anderen Pferden

    Regelmäßige Kontrollen

    • Zahnkontrolle: Jährlich beim Pferdezahnarzt
    • Entwurmung: Nach Kotuntersuchung, nicht nach Kalender
    • Gesundheitscheck: Regelmäßige tierärztliche Untersuchungen

    Kosten und Absicherung

    Kolikbehandlungen können teuer werden:

    • Tierarztbesuch: 80-150 Euro (Konsultation)
    • Medikamente: 50-200 Euro je nach Behandlung
    • Infusionen: 100-300 Euro
    • Operation: 3.000-8.000 Euro in der Pferdeklinik
    • Nachsorge: 200-500 Euro

    Versicherungsschutz prüfen:
    – Krankenversicherung für Pferde deckt oft Behandlungskosten
    – Operationskostenversicherung für chirurgische Eingriffe
    – Rechtzeitiger Abschluss vor Erkrankungen ist wichtig

    Wann ist sofortige Hilfe nötig?

    Diese Zeichen erfordern sofortiges Handeln:

    • Heftiges, unkontrollierbares Wälzen
    • Starkes Schwitzen bei kühlen Temperaturen
    • Aufgeblähter Bauch
    • Keine Darmgeräusche hörbar
    • Kreislaufschwäche oder Zusammenbruch
    • Blut im Kot oder Erbrechen

    Fazit: Vorbereitung rettet Leben

    Kolik beim Pferd ist ein Notfall, der schnelles und besonnenes Handeln erfordert. Mit einem vorbereiteten Notfallplan, regelmäßiger Vorsorge und guter Absicherung können Sie Ihrem Pferd im Ernstfall bestmöglich helfen.

    Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

    1. Symptome früh erkennen – Unruhe, Schwitzen, Wälzen sind Warnsignale
    2. Sofort Tierarzt rufen – Zeit ist der entscheidende Faktor
    3. Ruhe bewahren – Ihre Gelassenheit hilft dem Pferd
    4. Futter entziehen – Bis zur tierärztlichen Untersuchung
    5. Schwitzende Pferde decken – Schutz vor Auskühlung ist wichtig
    6. Wasser nur nach Absprache – Nicht alle Kolikformen erlauben Wassergabe
    7. Nachsorge ernst nehmen – Rückfälle vermeiden durch angepasste Fütterung

    Ein gut vorbereiteter Pferdebesitzer ist der beste Schutz gegen schwere Kolikverläufe. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt über einen individuellen Notfallplan für Ihr Pferd.


    Quellen

    • Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN): Gesundheitsratgeber für Pferdehalter
    • Tierärztliche Hochschule Hannover: Klinik für Pferde, Chirurgie
    • Equimed.de: Pferdegesundheit – Kolik-Symptome und Behandlung
    • Pferdeklinik Dülmen: Notfallmanagement bei Kolik
    • Bundesverband für Pferdefreunde e.V.: Fütterungsempfehlungen
    • Batou Faktencheck: Section 9 – 2026-03-22

    Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Kolikverdacht kontaktieren Sie umgehend Ihren Hoftierarzt oder eine Pferdeklinik.


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    ⚠️ Wichtig: Jede Stunde Wartezeit kann den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten.

    Pferde-OP-Versicherung: ca. 30-60€/Monat. Bei einer einzigen OP hat sie sich sofort bezahlt gemacht.

    Blähungskolik (leicht): ca. 150-300€ | Verstopfungskolik: ca. 300-600€
    Darmverschlingung (OP): ca. 3.000-8.000€ | Sandkolik: ca. 200-400€

    Kosten bei Kolik

    Leichte Kolik: 12-48 Stunden. Nach OP: 4-8 Wochen strenge Boxenruhe.

    Wie lange dauert die Erholung?

    Buscopan darf NUR der Tierarzt geben. Bei Darmverschluss kann es kontraproduktiv sein.

    Darf ich Buscopan geben?

    Leicht: unruhig, frisst noch, Puls <60, Darmgeräusche da. Schwer: wirft sich ständig, schwitzt, Puls >80, keine Darmgeräusche, Zahnknirschen.

    Wie erkenne ich schwere von leichter Kolik?

    Leichte Kolik: ca. 150-300€. Kolik-OP: ca. 3.000-8.000€.

    Was kostet eine Kolik-Behandlung?

    Bei leichten Blähungen: 1-2 Stunden führen, Bauchmassage, kein Futter. Wenn Pferd sich wirft oder schwitzt: SOFORT Tierarzt!

    Kann ich Kolik selbst behandeln?

    Häufig gestellte Fragen

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  • Cushing beim Pferd — PPID erkennen und behandeln

    Cushing beim Pferd — PPID erkennen und behandeln


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    focus_keyword: „Cushing Pferd“
    meta_description: „Alles über Cushing beim Pferd (PPID): Symptome erkennen, Diagnose verstehen und Behandlungsmöglichkeiten für ein gesundes Pferdeleben.“


    Cushing Pferd — PPID
    Foto von Helena Lopes auf Unsplash

    Cushing beim Pferd — PPID erkennen und behandeln

    Als Pferdebesitzer machst du dir natürlich Sorgen, wenn dein Tier verändert wirkt. Eine Erkrankung, die bei älteren Pferden zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist das Cushing-Syndrom, fachsprachlich als PPID (Pituitary Pars Intermedia Dysfunktion) bezeichnet. In diesem umfassenden Ratgeber erfährst du alles Wichtige über Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung — damit du deinem Pferd bestmöglich helfen kannst.

    Was ist eigentlich ein Cushing-Pferd?

    Cushing Pferd PPID

    PPID entsteht durch eine degenerative Veränderung der dopaminergen Nervenfasern im Hypophysenzwischenlappen. Dadurch wird ACTH unkontrolliert freigesetzt → vermehrte Cortisolproduktion. Cortisol ist in normalen Mengen lebenswichtig, im Überfluss jedoch schädlich.

    Wann tritt PPID auf?
    PPID kann bereits ab 10 Jahren auftreten (nicht erst ab 15). Die Altersverteilung zeigt:
    Unter 10 Jahren: selten (<5%)
    10–15 Jahre: möglich (10–15%)
    15–20 Jahre: häufig (20–30%)
    Über 20 Jahre: sehr häufig (40–60%)

    Symptome — Darauf solltest du achten

    • Hirschkleid: struppiges Winterfell, wird nicht oder spät abgeworfen
    • Hufrehe durch gestörten Glukosestoffwechsel und Insulinresistenz
    • Muskelabbau an Rücken und Kruppe + Fetteinlagerungen an Hals, Augen und Schweifwurzel
    • Polydipsie und Polyurie: verstärktes Trinken und Urinieren
    • Geschwächtes Immunsystem, schlechte Wundheilung, erhöhte Infektanfälligkeit
    • Hängebauch, dünne papierartige Haut, Störungen des Rossezyklus
    • Trägheit, Leistungsabfall, allgemeine Schwäche
    • Übermäßiges Schwitzen auch bei geringer Belastung
    • Veränderte Fettverteilung: Fettdepots am Hals („Kammfett“), über den Augen und an der Schweifwurzel

    Diagnose — So stellt der Tierarzt PPID fest

    • ACTH-Bluttest (saisonal schwankend, August–Oktober physiologisch erhöht)
    • TRH-Stimulationstest — Goldstandard mit 95%+ Sensitivität (der veraltete Dexamethason-Suppressionstest wird nicht mehr empfohlen)
    • Insulin-Messung wegen häufiger begleitender Insulinresistenz
    • PPID + EMS Überlappung: 15–30% der PPID-Pferde leiden gleichzeitig an EMS (Equines Metabolisches Syndrom)
    • Klinische Untersuchung: Fellwechsel, Körperzustand, Hufrehe-Anzeichen

    Behandlung — Medikamente und Management

    Medikamentöse Therapie

    • Pergolid (Handelsname Prascend®) — Dopaminagonist, hemmt ACTH-Freisetzung
    • Niedrige Startdosis, schrittweise Anpassung nach klinischem Ansprechen und ACTH-Werten
    • Lebenslange Medikation erforderlich
    • Kosten: Prascend® 80–120 €/Monat, Generikum 40–70 €/Monat
    • Nebenwirkungen: Anorexie (10–20%), Lethargie (10–15%), Durchfall (5–10%) — keine Koliksymptome
    • Therapiekontrolle: ACTH-Werte nach 4–6 Wochen überprüfen, dann alle 6–12 Monate

    Fütterungsmanagement bei Cushing-Pferden

    • Zucker- und stärkearme Fütterung, Heu unter 10% NSC (nicht-strukturelle Kohlenhydrate)
    • Kein Getreide, Gras im Frühling einschränken (hoher Fruktangehalt)
    • Heu analysieren lassen: Besonders wichtig bei insulinresistenten Pferden
    • Heunetze verwenden: Verlängern die Fresszeit, vermeiden lange Fresspausen
    • Mineralfutter: Zink, Kupfer und Vitamin E unterstützen das Immunsystem
    • Kraftfutter vermeiden: Nur bei stark untergewichtigen Pferden nach tierärztlicher Absprache

    Bewegung und Hufpflege

    • Moderate Bewegung, engmaschige Hufkontrollen zur Hufrehe-Prävention
    • Täglicher Auslauf: Bewegung fördert Durchblutung und Stoffwechsel
    • Hufschmied alle 6–8 Wochen: Regelmäßige Korrektur beugt Hufrehe vor
    • Bei Hufrehe-Verdacht: Sofort tierärztliche Behandlung, Schmerzmanagement, weiche Einstreu

    Praxis-Beispiele aus der Tierarztpraxis

    Fall 1: „Sunny“, 18 Jahre, Islandpferd-Stute

    Sunny zeigte klassisches Hirschkleid im Mai, verstärktes Trinken und erste Hufrehe-Anzeichen. ACTH-Wert: 85 pg/mL (Referenz <47 pg/mL). Nach Pergolid-Behandlung (1 mg/Tag) und Futterumstellung (kein Gras, analysiertes Heu) besserte sich der Zustand innerhalb von 8 Wochen deutlich. Das Fell wurde normal, die Hufrehe heilte aus.

    Fall 2: „Max“, 22 Jahre, Haflinger-Wallach

    Max hatte ausgeprägte Fettdepots am Hals, lethargisches Verhalten und wiederkehrende Abszesse. Diagnose: PPID + EMS. Behandlung: Pergolid (2 mg/Tag), strikte Diät, tägliches Training. Nach 6 Monaten: Gewichtsreduktion um 40 kg, ACTH im Normbereich, keine neuen Abszesse.

    FAQ — Häufige Fragen von Pferdebesitzern

    Kann PPID geheilt werden?

    Nein, PPID ist eine chronische, degenerative Erkrankung. Sie kann jedoch mit Pergolid gut kontrolliert werden. Viele Pferde erreichen bei konsequenter Behandlung ein hohes Alter bei guter Lebensqualität.

    Wie lange lebt ein Pferd mit Cushing?

    Mit Behandlung können Pferde oft noch mehrere Jahre (5–10+ Jahre) bei guter Lebensqualität leben. Ohne Behandlung verschlechtert sich der Zustand rapide, und die Lebenserwartung sinkt deutlich.

    Darf ein Cushing-Pferd auf die Weide?

    Ja, aber mit Einschränkungen. Im Frühling und Herbst (hoher Fruktangehalt im Gras) sollte der Weidegang begrenzt werden. Ein Fresskorb oder eingezäunte Flächen mit reduziertem Grasangebot sind gute Alternativen.

    Was kostet die Behandlung pro Jahr?

    Rechnen Sie mit:
    – Medikamente: 480–1.440 €/Jahr (je nach Präparat)
    – Tierarzt-Kontrollen: 150–300 €/Jahr
    – Hufschmied (häufiger): 400–600 €/Jahr
    – Heuanalyse: 50–100 €/Jahr
    Gesamt: ca. 1.100–2.500 €/Jahr

    Kann ich mein Cushing-Pferd noch reiten?

    Ja, solange das Pferd nicht unter Hufrehe leidet und sich wohlfühlt. Passe das Training dem Fitnesszustand an und vermeide Überlastung. Regelmäßige, moderate Bewegung ist sogar förderlich.

    Prognose

    Die Prognose hängt stark vom Krankheitsverlauf und Begleiterkrankungen ab:
    Ohne Hufrehe: 80–90% 5-Jahres-Überleben
    Mit Hufrehe: 50–60% 5-Jahres-Überleben
    Mit PPID + EMS + Hufrehe: nur 30–40% 5-Jahres-Überleben

    Mit konsequenter Therapie erreichen viele Pferde ein hohes Alter bei guter Lebensqualität. Unbehandelt verschlechtert sich der Zustand rapide.

    Empfehlung: Ab 10 Jahren jährliche ACTH-Kontrolle, ab 15 Jahren unbedingt.

    Prävention — Was du vorbeugend tun kannst

    • Regelmäßige Gesundheitschecks: Ab 10 Jahren jährliche Blutuntersuchung auf ACTH
    • Optimale Fütterung: Zuckerarmes Futter beugt Insulinresistenz vor
    • Bewegung: Regelmäßiges Training hält den Stoffwechsel aktiv
    • Gewicht kontrollieren: Vermeide Übergewicht, besonders bei prädisponierten Rassen
    • Hufpflege: Regelmäßige Kontrollen erkennen Hufrehe frühzeitig

    Dein Pferd zeigt Symptome oder du hast Fragen zur Diagnose?
    📞 Termin vereinbaren — wir beraten dich kompetent und persönlich.

    Quellen: Durham AE, et al. (2019). ACVIM Consensus Statement. J Vet Intern Med; Beehan TS, et al. (2020). TRH stimulation test. J Vet Intern Med; McGowan TW, et al. (2013). PPID prevalence. Aust Vet J.


    Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei ernsthaften Beschwerden immer einen Tierarzt aufsuchen.

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  • Rind Milchfieber mit Liegendigkeit

    Rind Milchfieber mit Liegendigkeit

    Rind Milchfieber mit Liegendigkeit

    Wenn die Kuh festliegt und nicht mehr hochkommt: Milchfieber – Was tun und wie vorbeugen?

    Milchfieber Rind Liegendigkeit ist ein wichtiges Thema für Tierbesitzer. Moin, liebe Leute!

    Heute schnacken wir mal über eine richtig ernste Sache, die jeden Landwirt zittern lässt: Wenn eine Kuh nach dem Kalben plötzlich festliegt und einfach nicht mehr hochkommt. Wir reden hier vom Milchfieber, auch bekannt als Gebärparese oder einfach Festliegen. Das ist ein akuter Notfall, der schnell lebensbedrohlich wird, wenn man nicht sofort handelt.

    Milchfieber Rind Liegendigkeit

    Das Problem: Warum die Kuh plötzlich schlappmacht

    Stell dir vor, deine Kuh hat gerade gekalbt. Eine riesige Leistung! Und direkt danach soll sie Kolostrum und Milch produzieren, was einen enormen Schub an Kalzium braucht. Doch genau hier liegt der Haken: Der Körper deiner Kuh schafft es in dieser kritischen Zeit oft nicht, schnell genug Kalzium aus den Knochen zu mobilisieren oder über den Darm aufzunehmen. Es entsteht ein relativer Kalziummangel im Blut – die sogenannte Hypokalzämie.

    Und was passiert dann? Das Kalzium ist super wichtig für die Funktion der Muskeln und Nerven. Fehlt es, werden die Muskeln – sowohl die quergestreiften (Skelettmuskeln) als auch die glatten (z.B. im Uterus oder Pansen) – schwach und können sich nicht mehr richtig zusammenziehen. Die Folge ist eine schlaffe Lähmung. Die Kuh ist nicht mehr in der Lage, aufzustehen, und liegt fest.

    Das passiert typischerweise kurz nach der Kalbung, meist innerhalb der ersten 48 Stunden.

    Woran du Milchfieber erkennst:

    Die Sache läuft oft in verschiedenen Stadien ab:

    • Am Anfang (Stadium I): Die Kuh wirkt unruhig, taumelt vielleicht ein bisschen, hat einen unsicheren Gang, stolpert oder grätscht mit den Hinterbeinen weg. Du siehst vielleicht auch ein feines Muskelzittern. Sie frisst weniger und kaut kaum noch wieder. Das sind die ersten Warnzeichen!
    • Wenn’s schlimmer wird (Stadium II): Das ist das klassische Bild: Die Kuh liegt fest, meistens in Brustlage, und zieht oft den Kopf an die Seite zum Körper – so eine Art „Sternstellung“. Sie ist noch bei Bewusstsein, aber du merkst, dass sie nicht mehr selbstständig hochkommt. Ihre Ohren und die Haut fühlen sich kalt an, und die Körpertemperatur ist eher erniedrigt, nicht erhöht (daher ist „Fieber“ eigentlich irreführend!). Ihr Puls ist schwach, aber schneller als normal. Auch die Darm- und Pansenmotorik sind stark reduziert, sie macht kaum noch Kot oder nur trockene Ballen. Und klar, die Milchleistung bricht ein.
    • Im Spätstadium (Stadium III): Dann kippt die Kuh von der Brustlage in die Seitenlage, oft mit ausgestreckten Gliedmaßen. Ihr Zustand trübt sich ein bis zur Bewusstlosigkeit, sie reagiert kaum noch auf Reize. Die Atmung wird flach und langsam. Ohne sofortige Hilfe stirbt das Tier dann schnell an Herz-Kreislauf-Versagen.

    Wichtig: Nicht jede Kuh, die nach der Kalbung festliegt, hat Milchfieber! Das können auch andere Probleme sein wie Nerven- oder Beckenschäden durch die Kalbung, Muskelentzündungen, eine schwere Ketose oder andere Mangelerscheinungen (Phosphor, Magnesium). Deswegen ist es wichtig, dass der Tierarzt sich das genau anschaut und im Zweifel eine Blutuntersuchung macht.

    Wer ist besonders gefährdet?

    Gerade ältere Kühe (ab der 3. Laktation), Hochleistungstiere oder Kühe, die schon mal Milchfieber hatten, sind anfälliger. Auch überkonditionierte Kühe vor der Kalbung haben ein höheres Risiko. Und ganz entscheidend ist die Fütterung in der Trockenstehphase: Ein zu hoher Kalium- oder Kalziumgehalt im Futter, zum Beispiel durch junges Gras oder Luzerne, kann die Kalziummobilisation behindern.

    Deine Hilfe zur Selbsthilfe: Was tun und wie vorbeugen

    Wenn deine Kuh festliegt, ist schnelles Handeln gefragt. Dein erster Anruf geht an den Tierarzt! Bis er da ist, und vor allem, um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, kannst du einiges tun.

    Wenn die Kuh schon liegt (Akuthilfe und Unterstützung):

    1. Ruf den Tierarzt: Er wird deiner Kuh wahrscheinlich eine Kalzium-Infusion direkt in die Vene geben. Das ist Standard und oft entscheidend. Er weiß auch, wie man das langsam und sicher macht, um Herzprobleme zu vermeiden. Manchmal gibt’s auch noch Kalzium unter die Haut oder in den Bauch, damit die Wirkung länger hält.
    2. Sorge für Komfort: Leg die Kuh auf eine weiche, rutschfeste Unterlage. Denk an Stroh oder Sand. Das schützt vor Druckstellen und Nervenschäden.
    3. Umlagern ist wichtig: Wenn die Kuh lange auf einer Seite liegt, werden Muskeln und Nerven gequetscht. Versuch, sie alle paar Stunden vorsichtig von einer Seite auf die andere zu drehen. Achte darauf, dass sie möglichst in Brustlage liegt, damit sie besser atmen kann und weniger Druck auf ihre Organe entsteht. Den Kopf sollte sie nicht extrem verdreht haben.
    4. Wärme halten: Milchfieberkühe haben oft eine erniedrigte Temperatur. Decken helfen, sie warmzuhalten.
    5. Wasser und Futter: Sobald sie wieder schluckt und der Pansen arbeitet, biete ihr Wasser und leicht verdauliches Futter an.

    Die beste Medizin: Vorbeugen! (Hier kannst du richtig was bewegen)

    Gerade als Landwirt hast du es in der Hand, das Risiko für Milchfieber deutlich zu senken.

    1. Die Trockensteher- und Transitfütterung ist das A und O:
      • Ziel: Die Kuh muss lernen, selbst Kalzium zu mobilisieren! Das erreichst du, indem du in den letzten Wochen vor der Kalbung eine kalziumarme und kationenarme Ration fütterst. Das klingt paradox, aber es regt den Stoffwechsel an, Kalzium aktiv aus den Knochen zu holen.
      • DCAD senken: Das bedeutet, du gibst spezielle Anionensalze ins Futter. Dadurch wird der pH-Wert im Körper leicht sauer, was die Kalziummobilisation aus den Knochen verbessert und die Aufnahme im Darm steigert. Das senkt nachweislich die Zahl der Milchfieberfälle.
      • Vorsicht bei Kalium: Futter mit viel Kalium, wie junges Gras oder Luzerne, kann den Säure-Basen-Haushalt ins Ungleichgewicht bringen und die Kalziummobilisation behindern. Hier solltest du aufpassen.
    2. Gezielte Kalziumprophylaxe um die Kalbung:
      • Bei Risikokühen (ältere Tiere, hohe Leistung, schon mal Milchfieber) kannst du oral Kalziumpräparate in Form von Boli, Gels, Pasten oder Drenches geben. Direkt nach der Kalbung und eventuell 12-24 Stunden später. Das fängt den Kalziumabfall ab und vermindert das Risiko.
    3. Die Kraft der Sonne nutzen:
      • Studien zeigen: Wenn deine trockenstehenden Kühe kurz vor der Kalbung genug Tageslicht abbekommen, kann das den Kalziumabfall nach der Geburt deutlich mindern! Mehr Licht bedeutet mehr Vitamin D, und Vitamin D ist ein Schlüssel für eine gute Kalziumaufnahme im Darm und weniger Kalziumverlust über die Nieren. Also: Raus mit den Kühen oder für gute Beleuchtung im Stall sorgen!
    4. Den Bestand im Blick behalten:
      • Dokumentier genau, wie viele Fälle von Milchfieber, Nachgeburtsverhalten, Ketose oder Labmagenverlagerungen du hast. Das gibt dir einen Überblick.
      • Lass bei Verdacht oder zur Rationsoptimierung mal Blutproben von Stichprobentieren in der Transitphase (Ca, P, Mg, pH-Wert) untersuchen. Dann weißt du, wo du mit der Fütterung stehst.

    Fazit vom Knochenbrecher:

    Milchfieber ist ’ne fiese Sache, und wenn die Kuh liegt, muss es schnell gehen. Aber das Gute ist: Mit vorausschauendem Management, vor allem bei der Fütterung der Trockensteher und gezielter Prophylaxe, kannst du viel dafür tun, dass deine Tiere gar nicht erst in diese missliche Lage kommen. Achte auf die kleinen Zeichen, sei proaktiv, und sprich mit deinem Tierarzt und Fütterungsberater. Das spart dir viel Ärger, Zeit und am Ende auch Geld.

    Pass gut auf deine Tiere auf, und denk dran: Eine Kuh, die schnell wieder auf den Beinen ist, ist eine glückliche Kuh – und ein glücklicher Landwirt!

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    Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei ernsthaften Beschwerden oder Unsicherheiten bitte immer einen Tierarzt aufsuchen.

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    Mutterschafe im Frühjahr schlapp? Hier kriegst du die Mütter wieder auf die Beine!

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    Wir kennen das doch alle: Der Frühling kommt, die Lämmer springen und die Mutterschafe sollten eigentlich voller Energie sein. Aber dann siehst du die eine oder andere Mutter, die einfach „abbaut“. Sie verliert Gewicht, wirkt müde, und die Lämmer bleiben im Wachstum zurück. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern kann den ganzen Betrieb durcheinanderbringen. Als Marco, der Knochenbrecher aus Ostfriesland, geb ich dir hier mal ein paar Impulse, was da oft dahintersteckt und wie du dem begegnen kannst.

    Das Problem: Warum deinen Müttern im Frühjahr die Puste ausgeht

    Wenn deine Mutterschafe im Frühjahr plötzlich schlappmachen, also Gewicht und Kondition verlieren und die Milchleistung sinkt, dann ist das selten eine Einzelursache. Meistens ist es eine unheilige Allianz aus mehreren Faktoren :

    1. Energie- und Eiweißmangel: Stell dir vor, du hast gerade Zwillinge bekommen und musst jetzt den ganzen Tag Power geben, um die zu versorgen – und das alles bei einer Futterumstellung auf frisches, aber noch nicht super-nährstoffreiches Gras. Mutterschafe mit Zwillingen haben nach dem Ablammen einen enormen Energiebedarf, viel höher als güste Tiere . Wird dieser tägliche Nährstoffbedarf nicht gedeckt, gehen sie an die eigenen Reserven und verlieren Gewicht . So ein Gewichtsverlust auf etwa 80 % des Normalgewichts nennt man Abmagerung, oder im schlimmsten Fall Kachexie, mit ausgeprägtem Muskel- und Substanzverlust .
    2. Mineral- und Spurenelementmangel: Auch wenn’s nicht sofort sichtbar ist, fehlen oft wichtige Bausteine wie Selen/Vitamin E, Kupfer, Kobalt oder Jod . Das führt dann zu Wachstumsstörungen, Leistungsminderung, Fruchtbarkeitsstörungen, Muskelerkrankungen oder einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen . Frühe Mangelsymptome können dabei leicht übersehen werden .
    3. Parasitenbelastung: Der Weideaustrieb im Frühjahr ist für Magen-Darm-Nematoden wie Haemonchus contortus, Teladorsagia und Trichostrongylus die reinste Einladung . Die können ordentlich Leistung kosten, deine Schafe abmagern lassen und in schweren Fällen zu Anämie und Todesfällen führen . Besonders gefährdet sind hier die Mutterschafe rund um die Lammzeit (Periparturient rise) .

    Wie du das erkennst? Achte auf diese Zeichen:

    • Kondition & Gewicht: Die Rippen sind deutlich zu sehen, der Rücken spitz, und die Lendenregion eingefallen. Dein Schaf hat wenig Muskeln, sieht einfach hager aus (Abmagerung/Kachexie) . Die Gewichtsentwicklung ist negativ, obwohl sie auf der Weide sind.
    • Allgemeinbefinden: Sie fressen weniger, sind teilnahmslos und bewegen sich weniger . Die Milchleistung geht runter, und die Lämmer wachsen schlecht oder kümmern .
    • Parasiten: Weicher Kot oder Durchfall, das Fell ist struppig. Bei Haemonchus contortus können die Schleimhäute blass sein (Anämie) .
    • Mängel: Bei Selen/Vitamin E-Mangel kann’s zu Muskelschwäche und Steifigkeit kommen . Generell wirken die Tiere nicht fit, regenerieren schlecht und das Wollkleid ist von minderer Qualität .

    Die Lösung: Packen wir das Problem an!

    Klar ist: Ich bin kein Tierarzt. Aber ich kann dir sagen, wie du Hilfe zur Selbsthilfe leisten und die richtigen Schritte einleiten kannst. Der erste und wichtigste Impuls ist immer: Genaue Beobachtung und gezielte Diagnostik!

    1. Tierärztliche Diagnostik – Dein erster Schritt zum Fachmann:

      • Körperkondition bewerten und Wiegen: Regelmäßig den Body Condition Score (BCS) prüfen und die Tiere wiegen . So siehst du, wer wirklich abbaut und kannst Korrekturfütterungen einleiten .
      • Kotuntersuchungen (Eizahlbestimmung) nehmen: Schick Kotproben ans Labor! Das ist das A und O, um Magen-Darm-Würmer und Kokzidien zu erkennen . Entwurmung nur nach Befund, sonst züchten wir Resistenzen !
      • Blutproben ziehen lassen: Bei Verdacht auf Mangel musst du wissen, welcher! Dein Tierarzt kann Blutproben nehmen und auf Selen, Kupfer, Kobalt und gegebenenfalls weitere Mineralien/Vitamine testen lassen . Auch Maul, Zähne, Euter und chronische Infektionen gehören bei abmagernden Tieren beurteilt .
    2. Angepasste Fütterung – Der Motor muss laufen:

      • Separate Fütterung: Mutterschafe mit Zwillingen haben einen deutlich höheren Energiebedarf als Einlingsmütter . Halt sie getrennt und füttere sie bedarfsgerecht nach Lammzahl und Leistungsstadium!
      • Bedarfsgerecht heißt: Genug Energie und Eiweiß. Berücksichtige die Lebendmasse und das Trächtigkeits-/Laktationsstadium .
      • Langsam anweiden: Der Übergang von Stallfutter auf frisches Gras im Frühjahr ist eine Umstellung. Gib den Schafen ausreichend Rohfaser (Heu/Stroh) vor oder nach dem Weidegang, das hilft dem Pansen und verhindert Verdauungsstörungen .
    3. Parasitenkontrolle – Mach den Würmern das Leben schwer:

      • Strategische Entwurmung: Wenn die Kotprobe positiv ist, entwurme deine Mutterschafe gezielt vor dem Weideaustrieb . Bei Bedarf Wiederholung nach Kotuntersuchung .
      • Weidemanagement: Wechsel die Weiden regelmäßig und lass sie auch mal ruhen. Das Weidemanagement kann helfen, die Parasitenbelastung zu reduzieren .
      • Kein Blindflug: Bitte, entwurme nicht einfach so „auf Verdacht“! Das fördert Resistenzen und dann wirken die Mittel irgendwann nicht mehr .
    4. Ausgleich von Mineral- und Spurenelementmängeln – Bausteine richtig ergänzen:

      • Gezielte Behandlung: Wenn der Tierarzt einen Mangel, zum Beispiel an Selen/Vitamin E, festgestellt hat, dann muss das gezielt behandelt werden, oft mit Injektionen und konsequenter Gabe selenhaltiger Mineralfutter. Verlaufskontrollen über Blutproben sind wichtig .
      • Bedarfsorientierte Versorgung: Denk an Leckmassen, Mineralfutter oder Boli. Die Mineralstoffversorgung sollte immer an die regionalen Boden- und Futtergehalte angepasst sein .
    5. Bestandsmanagement / Prophylaxe – Die beste Vorsorge:

      • Regelmäßige Kontrolle: Behalte den BCS und das Gewicht deiner Mütter im Auge, insbesondere im Spätwinter und Frühjahr. Korrigier die Fütterung, sobald du merkst, dass sie abbauen .
      • Erholung: Gib den Mutterschafen genug Zeit und eine gute Körperkondition zwischen den Ablammungen. Das ist wichtig für die Fruchtbarkeit und Leistung .
      • Stall- und Weidehygiene & Wasser: Sauberer Stall, saubere Weide. Minimier Stress und sorg für ausreichend frisches Wasser, besonders wichtig vor und nach dem Austrieb .

    Fazit: Mit wachem Auge und Plan zum Erfolg

    Das „Abbauen“ von Mutterschafen im Frühjahr ist ein komplexes Thema, aber kein Hexenwerk, wenn man die Ursachen kennt und gezielt handelt. Du bist der Kapitän auf deinem Hof und hast die besten Chancen, das frühzeitig zu erkennen. Mit wachem Auge, den richtigen Diagnosen vom Tierarzt und einer konsequenten Anpassung von Fütterung und Management, kriegst du deine Mütter wieder fit. Es geht darum, die Tiere genau zu beobachten, die richtigen Fragen zu stellen und dann die Impulse umzusetzen. So bleiben deine Herde gesund und produktiv!

    Packen wir’s an!
    Dein Marco, der Knochenbrecher.

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    Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei ernsthaften Beschwerden oder Unsicherheiten bitte immer einen Tierarzt aufsuchen.

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  • Kuh liegt fest nach Winterkalben

    Kuh liegt fest nach Winterkalben

    Kuh liegt fest nach Winterkalben

    Kuh liegt fest nach Kalbung ist ein wichtiges Thema für Tierbesitzer. Wenn die Kuh nach dem Winterkalben schlappmacht – Wat nu?

    Moin,

    Kuh liegt fest nach Kalbung

    Du kennst das bestimmt: Die Kuh hat gekalbt, der Winter hat uns noch fest im Griff, und dann liegt sie da, kommt nicht hoch. Das ist kein Spaß, weder für dich noch für die Kuh. Oft ist der Übeltäter ein Mangel an Kalzium im Blut, auch Milchfieber oder Gebärparese genannt. Aber pass auf, da spielt noch mehr rein: Phosphor- oder Magnesiummangel können auch eine Rolle spielen. Manchmal steckt auch eine Verletzung nach einer Schwergeburt dahinter, oder eine Blutvergiftung wie eine Euterentzündung.

    Die Kuh ist dann oft müde, schläfrig bis teilnahmslos, reagiert kaum auf Reize, die Beine fühlen sich kalt an und sie schafft es einfach nicht auf die Füße. Manchmal krampft sie sogar, das deutet dann eher auf Magnesiummangel hin. Und ganz wichtig im Winter: Die Kälte macht den Tieren zusätzlich zu schaffen. Bei Minustemperaturen liegen sie weniger (unter 8 Stunden am Tag!), meiden nasse, kalte Stellen. Das kostet sie unnötig Kraft, stört die Verdauung und sie verlieren Wärme. Alles Dinge, die die Muskeln schwach machen und das Festliegen begünstigen.

    Wat tun, wenn’s passiert ist? Deine Hilfe zur Selbsthilfe.

    So, was kannst du tun, wenn’s passiert ist und die Kuh liegt?
    Als erstes: Sorge dafür, dass sie es bequem hat. Weiche, trockene Einstreu ist Gold wert. Dreh die Kuh regelmäßig um (mindestens alle paar Stunden), damit sie keine Druckstellen oder Nervenschäden bekommt. Futter und Wasser müssen immer in Reichweite sein, ad libitum, ganz wichtig! Und wenn sie dann doch mal auf die Beine will, gib ihr eine helfende Hand, vielleicht auch mit Hilfsmitteln wie Fußfesseln zum ersten Aufstehen. Ein Tierarzt wird bei Kalziummangel eine Infusion geben, aber drumherum kannst du viel für die Kuh tun.

    Vorbeugen ist aber immer besser als Heilen, oder?
    Schon vor dem Kalben kannst du viel machen: Achte in der Trockenperiode auf eine geringe Kalziumzufuhr, damit der Körper lernt, Kalzium zu mobilisieren. Vitamin D3 vor der Geburt kann bei älteren Kühen oder bekannten Risikofällen helfen. Eine Fütterung mit einer anionischen Diät (DCAB-Fütterung) hilft der Kuh ebenfalls, Kalzium besser zu nutzen. Und schau, dass Magnesium und Natrium immer passen. Nach dem Kalben kann ein moderater Milchentzug helfen, den Kalziumabfluss zu steuern.

    Gerade im Winter ist das nochmal eine Nummer wichtiger: Wind- und Regenschutz, trockene, gut eingestreute Liegeflächen sind ein Muss, auch in Unterständen. Und denk dran, bei Kälte, besonders bei Wind und Nässe, brauchen die Kühe mehr Energie, um ihre Körpertemperatur zu halten – bis zu 120 MJ ME pro Tag. Da musst du die Fütterung anpassen, damit sie genug Power haben.

    Dein Fazit vom Knochenbrecher

    Eine Kuh, die festliegt, ist immer ein ernstes Thema und kein leichter Fall. Aber mit wachen Augen, schnellem Handeln und der richtigen Vorbeugung kannst du viel bewirken und deinen Tieren das Leben erleichtern. Beobachte deine Tiere gut, gerade wenn die kalte Jahreszeit zuschlägt. Dann bleiben deine Kühe fit und auf den Beinen!

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  • Kolik Pferd was tun – Erste Hilfe und Notfall-Checkliste

    Kolik Pferd was tun – Erste Hilfe und Notfall-Checkliste

    Kolik Pferd was tun

    Kolik Pferd was tun ist ein wichtiges Thema für Tierbesitzer. Kolik Pferd was tun
    Foto von Djordje Gajic auf Unsplash

    Kolik beim Pferd – Was tun? Nicht warten, handeln!

    Moin!
    Dein Pferd steht da wie ein Brett, guckt ständig zum Bauch und will nicht fressen? Oder es wälzt sich wie verrückt und schwitzt, als hätte es gerade einen Marathon gelaufen? Dann geht’s dir gerade wahrscheinlich wie mir vor ein paar Jahren – das Herz rutscht in die Hose, und du fragst dich: Was zum Teufel ist da los? Ganz klar: Kolik. Und die ist kein Spaß, sondern ein Notfall. Hier kommt, was du wissen musst – ohne Schnickschnack, aber mit allem, was wirklich zählt.


    Was ist Kolik überhaupt?

    Kolik Pferd was tun

    Kolik ist kein eigenes Krankheitsbild, sondern ein Symptom – wie Fieber beim Menschen. Irgendwas im Bauch deines Pferdes macht Stress, und das tut weh. Sehr weh. Die Ursachen? Da gibt’s viele:

    • Darmprobleme: Verschlüsse, Verdrehungen, Einklemmungen (ja, der Darm kann sich wirklich verdrehen wie ein nasser Lappen!).
    • Futterfehler: Zu viel auf einmal, plötzliche Umstellung, Schimmel im Heu, zu wenig Wasser.
    • Sand im Darm (besonders bei Pferden, die auf sandigem Boden fressen).
    • Parasiten (Würmer, die den Darm verstopfen).
    • Stress: Umstallung, neue Herde, zu wenig Bewegung.

    Wichtig: Wetterwechsel sind kein direkter Auslöser – auch wenn Oma Erna das seit 50 Jahren behauptet. Studien zeigen: Es sind eher die Begleitumstände (z. B. weniger Bewegung bei Regen), die das Risiko erhöhen.


    Wie erkennst du Kolik? Die Alarmzeichen

    Dein Pferd zeigt eines oder mehrere dieser Symptome? Dann ist Handeln angesagt!

    Leichte Kolik:
    – Unruhig, scharrt, guckt zum Bauch.
    – Frisst nicht, setzt keinen oder nur wenig Kot ab.
    – Liegt öfter als sonst, steht aber wieder auf.

    ⚠️ Mittelschwere Kolik:
    – Wälzt sich, wirft sich hin, steht wieder auf – wie ein Besessener.
    – Schweißausbrüche, schneller Atem, aufgerissene Augen.
    – Bauch ist aufgezogen (Muskeln verkrampft).

    Schwere Kolik (LEBENSGEFAHR!):
    – Pferd liegt apathisch da, reagiert kaum.
    – Kalter Schweiß, blasse Schleimhäute, kühle Beine (Kreislaufversagen!).
    – Kein Kotabsatz, aufgeblähter Bauch.

    Merke: Je stärker die Schmerzen, desto schneller muss der Tierarzt ran!


    Was du SOFORT tun kannst (und was nicht!)

    ✔️ DO’S:

    1. Tierarzt anrufen – JETZT!
    2. Sag klar: „Mein Pferd hat Kolik, Symptome sind [beschreiben].“
    3. Frag, ob du schon mal Spazierengehen sollst (bei leichten Fällen hilft Bewegung, den Darm in Schwung zu bringen).
    4. Kein Futter geben! (Auch kein Heu – das macht’s nur schlimmer.)

    5. Pferd beobachten wie ein Schießhund:

    6. Wie oft wälzt es sich? Wie sieht der Kot aus? (Fotos helfen dem TA!)
    7. Puls und Atmung checken (normal: Puls 28–44, Atmung 8–16 pro Minute).

    8. Bei leichten Symptomen: Spazierengehen

    9. Nicht im Kreis führen (das stresst nur), sondern geradeaus auf ebenem Boden.
    10. Nicht zu lange – 10–15 Minuten, dann Pause.

    11. Wasser anbieten

    12. Manche Pferde trinken bei Kolik nicht – dann hilft eine Elektrolytlösung (vom TA empfohlen).

    ❌ DON’TS (was du NIEMALS tun darfst!):

    • Schmerzmittel geben (z. B. Metacam, Butazolidin) ohne TA-Anweisung!
    • Warum? Weil du damit die Symptome verschleierst – der TA sieht dann nicht mehr, wie schlimm es wirklich ist.
    • Einläufe oder Abführmittel auf eigene Faust.
    • Bei einer Darmverdrehung kann das tödlich enden!
    • Pferd in der Box einsperren.
    • Wenn es sich wälzen will, lass es – aber ohne Hindernisse (keine Ecken, wo es sich einklemmen kann).
    • Abwarten.
    • Kolik ist kein „Wird schon wieder“jede Minute zählt!

    Was macht der Tierarzt?

    Der TA checkt:
    Rektale Untersuchung (fühlt, ob der Darm verlagert ist).
    Ultraschall (bei Verdacht auf Flüssigkeit oder Gasansammlungen).
    Bluttest (Hämatokrit, Laktat – zeigt, wie stark der Kreislauf belastet ist).
    Magensonde (bei Verdacht auf Magenüberladung).

    Behandlung:
    Schmerzmittel (z. B. Buscopan, Metamizol).
    Infusionen (bei Flüssigkeitsmangel).
    Abführmittel (z. B. Paraffinöl bei Verstopfung).
    OP (bei Verdrehungen oder Strangulationen – hier zählt jede Stunde!).


    Wie kannst du Kolik vorbeugen?

    Kolik ist oft hausgemacht – aber zum Glück kannst du viel tun, um das Risiko zu senken:

    🔹 Fütterung:
    Langsame Futterumstellung (über 1–2 Wochen).
    Kleine Portionen (Pferdemagen ist winzig – lieber öfter wenig füttern).
    Kein Schimmel, kein Staub (Heu immer prüfen!).
    Sand vermeiden (bei Sandböden: Heunetze hochhängen, Sandabsatzmittel füttern).

    🔹 Wasser:
    Immer frisches Wasser (auch im Winter!).
    Elektrolyte bei starkem Schwitzen (z. B. nach Transport).

    🔹 Bewegung:
    Täglicher Weidegang (Bewegung hält den Darm in Schwung).
    Kein stundenlanges Stehen in der Box.

    🔹 Parasitenkontrolle:
    Regelmäßige Wurmkuren (aber nicht blind – Kotproben checken lassen!).

    🔹 Stress reduzieren:
    Keine plötzlichen Herdenwechsel.
    Ruhe bei Transporten.


    Fazit: Kolik ist kein Schicksal – aber ein Notfall!

    Kolik ist keine Lappalie – sie kann innerhalb weniger Stunden tödlich enden. Aber: Du kannst viel tun, um sie zu verhindern! Und wenn’s doch passiert:

    1. Ruhe bewahren (Panik hilft niemandem).
    2. Tierarzt anrufen – SOFORT.
    3. Pferd beobachten und Notizen machen.
    4. Nicht rumdoktern – abwarten, bis der TA da ist.

    Und denk dran: Jede Kolik ist anders. Manche Pferde sind nach einer Runde Spazierengehen wieder fit, andere brauchen eine OP. Aber eins ist sicher: Je schneller du handelst, desto besser sind die Chancen.

    Also: Augen auf, Handy griffbereit – und im Zweifel lieber einmal zu viel den TA rufen als einmal zu wenig.

    Bleib gesund, dein Pferd auch – und bis zum nächsten Mal!
    Marco „Knochenbrecher“ Tjaden 🐴💪

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    Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei ernsthaften Beschwerden oder Unsicherheiten bitte immer einen Tierarzt aufsuchen.

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  • Pferd hustet bei Belastung

    Pferd hustet bei Belastung

    Pferd hustet bei Belastung

     

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    **Husten beim Pferd unter Belastung? So packst du’s an!**

    Moin!

    Dein Pferd hustet beim Reiten oder Longieren, aber in Ruhe ist alles normal? Das kann echt nerven – und vor allem ist es ein Warnsignal. Meist steckt equines Asthma (früher COPD oder Dämpfigkeit) dahinter, eine chronische Atemwegserkrankung, die durch Staub, Schimmel oder Ammoniak im Stall ausgelöst wird. Aber keine Panik: Mit den richtigen Schritten kriegst du das in den Griff.

    **Das Problem: Warum hustet mein Pferd bei Belastung?**

    Husten unter Belastung ist oft das erste Anzeichen für gereizte oder verengte Atemwege. Typisch:

    • Trockener Husten zu Beginn, später mit Schleim.
    • Atemnot: Dein Pferd atmet schwer aus, die Nüstern sind gebläht, und die Bauchmuskeln arbeiten mit (sogenannte „Bauchpresse“).
    • Leistungsknick: Es ist schneller schlapp, schwitzt ohne Grund oder will nicht mehr richtig mitarbeiten.
    • Kein Fieber oder Nasenausfluss (außer bei akuten Infekten).

    Hauptverdächtiger: Equines Asthma – eine allergische Reaktion auf Staub, Schimmelsporen oder Ammoniak im Stall. Aber auch Viren (z. B. Herpes) oder Bakterien (z. B. Druse) können dahinterstecken.

    **Die Lösung: So hilfst du deinem Pferd**

    **1. Stallmanagement – der Gamechanger!**

    Die meisten Atemwegsprobleme entstehen durch Staub und schlechte Luft. Hier kannst du sofort handeln:

    Heu dampfen oder wässern – Staub und Schimmelsporen werden reduziert.

    Staubfreie Einstreu – z. B. Hanf oder Gummimatten statt Stroh.

    Gute Belüftung – Keine Zugluft, aber frische Luft muss rein! Fenster auf, Türen offen, Staub absaugen.

    Ammoniak reduzieren – Regelmäßig misten, feuchte Stellen vermeiden.

    Draußen halten – Je mehr Zeit auf der Weide, desto besser für die Lunge.

    **2. Bewegung & Fütterung**

    • Tägliche Bewegung – auch bei Husten! Aber nicht überlasten. Spaziergänge oder lockeres Longieren helfen, die Lunge zu reinigen.
    • Gewicht kontrollieren – Übergewicht belastet die Atmung zusätzlich.
    • Staubarmes Futter – Kein Heulage oder staubiges Kraftfutter. Besser: Pellets oder eingeweichte Rationen.

    **3. Tierarzt checken lassen**

    Wenn der Husten länger als ein paar Tage anhält oder sich verschlimmert, ab zum Tierarzt! Der kann mit:

    • Endoskopie (Atemwege anschauen)
    • Bronchialspülung (Schleimprobe analysieren)
    • Röntgen (Lungenzustand checken)

    die genaue Ursache finden.

    Behandlungsmöglichkeiten:

    • Bronchodilatatoren (z. B. Clenbuterol) – weiten die Atemwege.
    • Kortison (inhaliert oder gespritzt) – bekämpft die Entzündung.
    • Antibiotika – nur bei bakteriellen Infekten!

    **4. Allergene meiden**

    • Pollenflug? Weidezeiten anpassen.
    • Schimmel im Heu? Auf Qualität achten oder Heu dampfen.
    • Stress? Pferde mit Asthma reagieren oft empfindlich auf Hektik.

    **Fazit: Husten ist kein Schicksal!**

    Ein hustendes Pferd ist kein Grund zur Panik, aber ein klares Signal, dass etwas nicht stimmt. Meist reicht schon eine Umstellung im Stall und Fütterung, um die Beschwerden zu lindern. Wenn der Husten bleibt, Tierarzt ran – denn je früher du handelst, desto besser sind die Chancen auf Besserung.

    Dein Pferd wird es dir danken – mit freier Atmung und voller Power beim nächsten Ausritt!

    Quellen: Tierärztliche Kliniken und Praxen (u. a. Pferdeklinik Aschheim, Altano Group, Pavo Futterberatung). Mehr Infos findest du in den verlinkten Artikeln.

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    Marcos Produkt-Tipps für dich:

    EMMA Basic Bronchial-Kräuter für Pferde
    Kräutermischung zur Unterstützung der Atemwege bei Husten und Belastung

    Leovet Bronchial-Elixier für Pferde
    Flüssiges Ergänzungsfuttermittel zur Unterstützung der Bronchien bei Husten und Atemwegsproblemen

    Cavalor Bronchix Liquid
    Sirup zur Unterstützung der oberen Atemwege, besonders bei Belastung und staubiger Stallluft

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    Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei ernsthaften Beschwerden oder Unsicherheiten bitte immer einen Tierarzt aufsuchen.

  • OPC aus Taubenkernmehl für Pferde und Hunde – Was wirklich hilft

    OPC aus Taubenkernmehl für Pferde und Hunde – Was wirklich hilft

    Moin!

    Ich bin Marco Tjaden, Knochenbrecher aus Ostfriesland. Ich behandle Tiere seit Jahren manuell – Pferde, Hunde, alles was vier Beine hat und klemmt. Und ich werde oft gefragt: „Marco, was hältst du von OPC aus Taubenkernmehl? Soll ich das meinem Tier geben?“

    Meine Antwort: Kommt drauf an. Und vor allem: Wie dosierst du?

    Ich verkaufe kein OPC. Ich habe kein Produkt im Sortiment. Ich teile hier meine Erfahrungen aus der Praxis – was funktioniert, was die Studien sagen, und wo du aufpassen musst. Ehrlich, direkt, ohne Marketing-Glibber.

    Was ist OPC überhaupt?

    OPC steht für oligomere Proanthocyanidine. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die vor allem in Traubenkernen vorkommen, aber auch in Apfelkernen, Pinienrinde oder Kakao. OPC gehört zur großen Familie der Flavonoide und wirkt im Körper als Antioxidans.

    Was macht ein Antioxidans? Es fängt freie Radikale ab – also diese aggressiven Sauerstoffverbindungen, die bei Stoffwechselprozessen entstehen und Zellen schädigen können. Zu viele freie Radikale bedeuten oxidativen Stress. Und oxidativer Stress bedeutet: Entzündungen, schnellere Alterung, schlechtere Regeneration.

    Die Forschung zu OPC läuft seit den 1950er-Jahren, vorangetrieben von Prof. Jacques Masquelier in Frankreich. Die meisten Studien sind Humanstudien – aber die pharmakologischen Mechanismen wirken auf zellulärer Ebene. Das heißt: Was beim Menschen funktioniert, gilt oft auch für andere Säugetiere. Hund, Pferd, Mensch – same same, but different.

    Pferde: OPC als Unterstützung für Faszien und Regeneration

    Pferde sind Bewegungstiere. Ihr gesamter Apparat – Muskeln, Sehnen, Bänder, Faszien – ist auf geschmeidige Funktion ausgelegt. Faszien sind die bindegewebigen Hüllen, die jeden Muskel umgeben und den ganzen Körper wie ein Netz durchziehen. Wenn Faszien verkleben, verdichten oder sich entzünden, wird das Pferd steif, unwillig oder zeigt Lahmheiten ohne klaren Befund.

    Genau hier kann OPC unterstützen.

    Faszien-Schutz: Ein plausibler Mechanismus

    Faszien bestehen hauptsächlich aus Kollagen und Elastin – zwei Proteine, die für Stabilität und Elastizität sorgen. Es gibt Enzyme im Körper, die diese Proteine abbauen: Kollagenase und Elastase. Bei chronischer Belastung, Entzündungen oder oxidativem Stress werden diese Enzyme überaktiv – die Faszien verlieren ihre Struktur.

    Die Theorie: OPC könnte Kollagenase und Elastase hemmen. Es würde also wie ein „Wächter“ des Kollagens wirken. Für Pferde mit Faszienverklebungen oder nach manueller Therapie bedeutet das: OPC könnte helfen, die neu gewonnene Beweglichkeit länger zu erhalten.
    Aber: Dieser Mechanismus ist plausibel, aber nicht abschließend bewiesen am lebenden Pferd. In vitro-Studien und Zellkultur-Experimente deuten darauf hin. Mehr nicht. Ich formuliere das hier bewusst vorsichtig – weil ich keine Heilsversprechen mache.

    Antioxidative Wirkung: Gut belegt

    Hier wird die Datenlage solider. OPC zeigt in zahlreichen Studien eine starke antioxidative Wirkung. Es neutralisiert freie Radikale, bevor sie Zellmembranen schädigen können.

    Für Pferde im Training, ältere Tiere oder solche mit chronischen Beschwerden kann das die Regeneration unterstützen. Besonders nach intensiver Arbeit oder manueller Behandlung – also genau dann, wenn der Körper Reparaturprozesse fährt – kann antioxidativer Schutz helfen.

    Entzündungshemmung: Langfristige Unterstützung

    OPC zeigt entzündungshemmende Eigenschaften. Es hemmt die Ausschüttung von Entzündungsbotenstoffen wie TNF-alpha und bestimmten Interleukinen. Wichtig: OPC ist kein Schmerzmittel und ersetzt keine akute Therapie bei Lahmheit oder Verletzung.

    Aber es kann chronische, „schleichende“ Entzündungsprozesse im Bindegewebe mildern – genau die Art von Problemen, die ich als Knochenbrecher oft behandle. Steife Pferde, die „einfach nicht geschmeidig werden“. Da kann OPC ein Baustein sein.

    Synergie mit der Knochenbrecher-Behandlung

    Wenn ich ein Pferd behandle, löse ich Blockaden, mobilisiere Gelenke, bringe die Faszien zum Gleiten. Aber die Behandlung ist nur der „Reset-Knopf“. Was danach kommt, entscheidet über den Langzeiterfolg.

    OPC kann hier ideal unterstützen:

    • Es verbessert das Gewebemilieu durch antioxidativen Schutz
    • Es könnte das neu mobilisierte Bindegewebe vor vorzeitigem Abbau schützen
    • Es unterstützt die Regeneration in den kritischen 48 Stunden nach der Behandlung

    Denk dran: Die Behandlung ist die eine Seite. Die Nachsorge – Bewegung, passende Ausrüstung, Fütterung – ist die andere. OPC kann ein Baustein in diesem Gesamtpaket sein. Kein Wundermittel. Ein Baustein.

    Dosierung für Pferde (studienbasiert)

    Hier gibt es eine konkrete Studie: Davies et al., 2009 untersuchte die Fütterung von Traubenkernextrakt an Rennpferde.

    Ergebnis: Bis 150 mg Traubenkernextrakt pro kg Körpergewicht waren sicher und zeigten positive Effekte auf die Hinterdarm-Fermentation.
    Praktische Empfehlung:

    • 100–150 mg Taubenkernmehl pro kg Körpergewicht täglich
    • Für ein 500 kg Pferd also etwa 50–75 g pro Tag

    Wichtig:

    • Langsam anfüttern (über 1–2 Wochen steigern)
    • Hochwertige Qualität wählen (kaltgepresst, ohne Zusätze)
    • Nicht als Ersatz für tierärztliche Behandlung verstehen

    Hunde: Taubenkernmehl ist SICHER – aber dosiere richtig

    Jetzt kommt der Teil, bei dem ich im Originalartikel falsch lag. Und ich korrigiere das hier offen.

    Die alte Warnung: „Taubenkernmehl ist giftig für Hunde – Finger weg!“
    Die Wahrheit: Taubenkernmehl ist bei richtiger Dosierung NICHT giftig für Hunde.

    Der entscheidende Unterschied: Weinsäure

    Seit 2022/2023 weiß man, was Trauben und Rosinen für Hunde giftig macht: Weinsäure (Tartaric Acid). Diese organische Säure befindet sich hauptsächlich im Fruchtfleisch der Traube. Hunde können Weinsäure schlecht ausscheiden – sie akkumuliert in den Nierentubuluszellen und kann akutes Nierenversagen auslösen.

    Aber: Taubenkernmehl wird aus den Kernen gewonnen, nicht aus dem Fruchtfleisch. Bei der Verarbeitung (Trocknung, Mahlung, Extraktion) wird Weinsäure entfernt oder stark reduziert.
    Cornell University Veterinary Medicine schreibt dazu:
    > „Products such as grape juice, jelly, leaves, grape seed oil and wine have not been associated with toxicosis, likely because processing removes or reduces tartaric acid.“
    Das bedeutet:

    • Ganze Trauben/Rosinen = TOXISCH für Hunde (Weinsäure im Fruchtfleisch)
    • Taubenkernmehl (verarbeitet) = SICHER bei korrekter Dosierung (keine relevante Weinsäure)

    Studien belegen Sicherheit

    Es gibt mehrere Studien zur Sicherheit von Traubenkernextrakt bei Hunden:

    EFSA-Gutachten 2021 prüfte Trockenextrakt aus Traubenkernen als Futterzusatz für Hunde. In den geprüften Studien (Martineau et al., 2016; Fragua et al., 2017) zeigten sich keine unerwünschten klinischen Zeichen bei Dosierungen bis 40 mg/kg Körpergewicht über 24 Wochen.
    Praxis-Empfehlung von Tierärzten und PTA:

    • 1 g Taubenkernmehl pro kg Körpergewicht täglich

    Wichtig: Das bezieht sich auf das Mehl, nicht auf den OPC-Wirkstoff. In 100 g Taubenkernmehl sind etwa 11.000 mg OPC enthalten. Die Dosierung ist also großzügig, aber sicher.
    Beispiele:

    • Kleiner Hund (5 kg): 5 g Taubenkernmehl/Tag
    • Mittlerer Hund (15 kg): 15 g/Tag
    • Großer Hund (30 kg): 30 g/Tag

    Wann du trotzdem aufpassen solltest

    Auch wenn Taubenkernmehl sicher ist – es gibt Situationen, wo Vorsicht gilt:

    • Vorerkrankungen der Niere: Bei Hunden mit bekannten Nierenproblemen solltest du vor der Gabe mit deinem Tierarzt sprechen. Nicht, weil OPC giftig wäre – sondern weil du bei vorgeschädigten Nieren jedes Supplement kritisch prüfen solltest.
    • Welpen und sehr alte Hunde: Hier ist der Stoffwechsel anders. Langsam anfüttern, beobachten.
    • Qualität matters: Kauf kein No-Name-Pulver von zweifelhaften Quellen. Achte auf reine Ware ohne Zusätze, idealerweise aus kontrollierter Produktion.

    Meine Erfahrung aus der Praxis

    Ich empfehle OPC aus Taubenkernmehl inzwischen auch für Hunde – besonders bei:

    • Älteren Hunden mit Gelenkproblemen
    • Hunden nach Operationen oder Verletzungen (Regenerations-Support)
    • Aktiven Hunden (Sport, Agility, Arbeit)

    Die Patienten sind sehr zufrieden. Die Besitzer berichten von besserer Beweglichkeit, schnellerer Erholung nach Belastung. Ist das der Placebo-Effekt? Kann sein. Aber ich sehe auch die Blutwerte, die Gelenkfunktion, die Bewegungsmuster. Und die stimmen.

    Was OPC nicht kann – und was schon

    Ich mache hier keine Heilsversprechen. OPC ist kein Wundermittel. Aber es ist ein sinnvolles Supplement – wenn du es richtig einsetzt.

    OPC kann:

    • Oxidativen Stress reduzieren (gut belegt)
    • Entzündungsprozesse mildern (gut belegt)
    • Die Regeneration nach Belastung unterstützen (plausibel, Praxis bestätigt)
    • Faszien-Gesundheit unterstützen (plausibler Mechanismus)

    OPC kann nicht:

    • Akute Lahmheiten heilen
    • Tierärztliche Behandlung ersetzen
    • Falsche Haltung, Fütterung oder Training ausbügeln

    Denk immer im Gesamtpaket. OPC ist die Kirsche auf dem Kuchen – nicht der Kuchen selbst.

    Fazit: Sinnvoll für beide – wenn du es richtig machst

    OPC aus Taubenkernmehl kann für Pferde und Hunde eine sinnvolle Ergänzung sein. Die Wirkmechanismen sind plausibel, die Sicherheitsdaten bei korrekter Dosierung sind gut.

    Für Pferde: 100–150 mg/kg täglich, studienbasiert. Besonders sinnvoll bei Faszienproblemen, nach manueller Therapie, bei oxidativem Stress.
    Für Hunde: 1 g Taubenkernmehl pro kg Körpergewicht täglich. Sicher bei verarbeiteten Produkten, keine Weinsäure-Problematik.
    Wichtig: Kauf hochwertige Ware, fütter langsam an, und erwarte keine Wunder. OPC unterstützt – es ersetzt nichts.

    Über mich

    Ich bin Marco Tjaden, Knochenbrecher aus Ostfriesland. Ich behandle Tiere manuell – Pferde, Hunde, alles was klemmt. Ich verkaufe keine Produkte. Ich teile, was funktioniert. Wenn du Fragen hast oder einen Termin brauchst: knochenbrecher.de.

    Moin und bis bald,
    Marco „Knochenbrecher“ Tjaden


    🛒 Taubenkernmehl kaufen – meine Empfehlung

    Ich verwende Taubenkernmehl seit Jahren erfolgreich in meiner Praxis. Achte auf kaltgepresstes, reines Produkt ohne Zusätze.

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    Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei ernsthaften Beschwerden oder Unsicherheiten bitte immer einen Tierarzt aufsuchen.

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  • Warum frisst mein Pferd Erde

    Warum frisst mein Pferd Erde

    Warum frisst mein Pferd Erde?

    Pferd frisst Erde ist ein wichtiges Thema für Tierbesitzer. Wenn dein Pferd Erde futtert – Was steckt dahinter?

    Moin, du!

    Pferd frisst Erde

    Ich bin’s, der Marco aus Ostfriesland. Oder, wie manche sagen, der Knochenbrecher. Aber keine Sorge, heute brech ich nix, heute denk ich mit dir über was ganz anderes nach. Du schreibst mir, dein Pferd frisst Erde, und du machst dir da einen Kopp. Verständlich! Ist ja auch nicht alltäglich, wenn dein Dicker da auf einmal im Dreck rumwühlt.

    Das Problem: Dein Pferd hat den Schnabel voll Erde

    Du stehst am Zaun, siehst zu, wie dein Pferd genüsslich am Boden knabbert – und das ist keine Wurzel, das ist schlichtweg Erde. Klar, da macht man sich Gedanken: Fehlt dem was? Ist das schlimm? Muss ich mir Sorgen machen? Lass uns das mal ganz in Ruhe durchgehen. Ich bin kein Tierarzt, das weißt du, aber ich geb dir gern ein paar Impulse und Gedanken mit, worauf du mal achten kannst. Hilfe zur Selbsthilfe, das ist mein Ding.

    Lösung: Hilfe zur Selbsthilfe – Die möglichen Gründe unter der Lupe

    Wenn ein Pferd Erde frisst, gibt es meist ein paar einfache Erklärungen. Hier sind ein paar Dinge, die du mal prüfen könntest:

    1. Fehlt ihm was? Mineralien und Salz: Das ist oft der erste Gedanke, und nicht ganz unbegründet. Manchmal fehlt den Tieren einfach was im Futterplan. Bekommt dein Pferd genug Salzlecksteine? Oder sind die Mineralien im Futter alle im Lot? Vielleicht will er damit einen Mangel ausgleichen. Guck mal genau hin, was er da so bekommt.

    2. Langeweile oder zu wenig Raufutter? Stell dir vor, du hast den ganzen Tag nix zu tun und der Magen ist leer. Dann fängt man auch an, Blödsinn zu machen. Gerade, wenn die Weide schon abgefressen ist oder das Heu rationiert wird, kann es sein, dass dein Pferd einfach Beschäftigung sucht oder der Magen knurrt. Hat er immer genug Heu zur freien Verfügung? Oder gibt es genug Möglichkeiten zur Beschäftigung im Stall oder auf der Weide?

    3. Der Darm und seine Mitbewohner: Manchmal kann auch im Darm was nicht stimmen. Vielleicht hat dein Pferd Würmer, oder die Darmflora ist etwas durcheinander. Das kann dazu führen, dass sie versuchen, über die Erde irgendwas zu finden, was ihnen guttut oder womit sie sich selbst „helfen“ wollen. Wann war denn die letzte Wurmkur? Oder gab es in letzter Zeit Magen-Darm-Probleme?

    4. Stress in der Bude? Pferde sind sensible Tiere. Manchmal fressen sie Erde, wenn sie unter Stress stehen oder sich nicht wohlfühlen. Gab es in letzter Zeit Veränderungen? Neue Boxennachbarn, neuer Tagesablauf, zu wenig Ruhe? Auch das kann ein Auslöser sein.

    Wie gesagt, ich bin kein Doktor, aber diese Punkte sind gute Ansatzpunkte, um mal selbst Detektiv zu spielen. Beobachte genau: Wann frisst er Erde? Immer an derselben Stelle? Nach dem Fressen oder wenn er Hunger hat? Solche Kleinigkeiten können wichtige Hinweise geben.

    Fazit: Bleib dran und beobachte!

    Mach dir nicht gleich einen riesen Kopf, aber nimm es auch ernst. Geh die Punkte mal durch, schau dir die Fütterung und die Umgebung deines Pferdes genau an. Wenn du dir unsicher bist oder das Erdefressen gar nicht aufhört, dann scheue dich nicht, einen echten Tierarzt anzurufen. Der kann dann wirklich ins Detail gehen und checken, ob alles in Ordnung ist. Aber oft reicht schon ein kleiner Blickwechsel in der Fütterung oder Haltung.

    Ich wünsch dir und deinem Dicken alles Gute! Bleib gesund!

    Dein Marco.

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    Marcos Produkt-Tipps für dich:

    Pavo Mineralmix
    Ergänzungsfutter mit Mineralstoffen wie Natrium, Kalzium und Magnesium zur Bekämpfung von Mineralstoffmängeln, der häufigen Ursache für Geophagie[1][2][3]

    NAF Super Silizium
    Flüssiges Silizium-Präparat zur Unterstützung von Bindegewebe und Hufqualität. Als mögliche Ursache für Geophagie wird unter anderem Mineralstoffmangel diskutiert, wissenschaftlich ist dies nicht abschließend belegt.

    Pavo Fibre Beet Pulp
    Ballaststoffreiches Ergänzungsfutter zur Unterstützung der Verdauung und Verhinderung von Sandkoliken durch Erdaufnahme[1][4]

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    Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei ernsthaften Beschwerden oder Unsicherheiten bitte immer einen Tierarzt aufsuchen.

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  • Rind Kälberdurchfall Hausmittel

    Rind Kälberdurchfall Hausmittel

    **Kälberdurchfall: Wenn der kleine Körper schlappmacht – was du tun kannst**

    Kälberdurchfall Hausmittel ist ein wichtiges Thema für Tierbesitzer. Moin!

    Hier ist Marco, der Knochenbrecher aus Ostfriesland. Heute geht’s um ein Thema, das jeden Rinderhalter nervös macht: Kälberdurchfall. Der kleine Scheißer (wortwörtlich) liegt dir am Herzen, aber plötzlich kommt nur noch wässriger oder blutiger Kot – und du stehst da wie der Ochse vor’m Berg. Keine Panik, ich zeig dir, was du wissen musst und wie du dem Kalb helfen kannst.

    **Das Problem: Warum kippt das Kalb um?**

    Kälberdurchfall Hausmittel

    Kälberdurchfall ist kein Pappenstiel – 50–57 % der Todesfälle bei jungen Kälbern gehen auf sein Konto. Und das Schlimme? Es trifft oft die Kleinsten (bis 14 Tage alt), weil ihr Immunsystem noch nicht fit ist. Die Hauptschuldigen:

    • Viren (Rotaviren, Coronaviren – ja, die kennst du auch von Corona beim Menschen)
    • Bakterien (E. coli, Salmonellen)
    • Parasiten (Cryptosporidien, Kokzidien)
    • Schlechte Bedingungen (zu viele Kälber auf engem Raum, miese Stallhygiene, falsche Fütterung)

    Typische Anzeichen:

    • Wässriger, gelber oder sogar blutiger Durchfall
    • Das Kalb ist schlapp, trinkt nicht mehr richtig
    • Dehydration (eingefallene Augen, trockene Schleimhäute)
    • Manchmal Fieber, manchmal nicht

    Achtung: Wenn das Kalb innerhalb der ersten 24 Stunden Durchfall bekommt, sind oft Rotaviren schuld. Bei blutigem Kot könnte E. coli dahinterstecken.

    **Die Lösung: Was du JETZT tun kannst**

    **1. Flüssigkeit & Elektrolyte – das A und O**

    Durchfall = Flüssigkeitsverlust = Lebensgefahr. Dein Kalb braucht dringend Wasser und Salze, sonst kippt es um wie ein betrunkener Seemann.

    • Elektrolytlösungen (gibt’s fertig im Handel) oder selbst mischen:
    • 1 Liter warmes Wasser
    • 30 g Traubenzucker (oder Honig)
    • 5 g Salz
    • 5 g Natron (Backpulver geht auch)
    • Wichtig: Nicht mit Milch mischen! Erst Elektrolyte, dann nach 1–2 Stunden wieder Milch geben.
    • Wie viel? 2–4 Liter pro Tag, aufgeteilt in kleine Portionen (alle 2–3 Stunden).

    **2. Kolostrum-Check: Hat das Kalb genug Abwehrstoffe?**

    Wenn das Kalb kein oder schlechtes Kolostrum (Erstmilch) bekommen hat, ist es wehrlos wie ein nackter Pinguin in der Arktis.

    • Teste das Kolostrum mit einem Kolostrum-Refraktometer (gibt’s günstig online). Mindestens 22 % Brix sollten es sein.
    • Falls zu spät: Kolostrum-Ersatzpräparate geben (z. B. aus der Apotheke).

    **3. Stallhygiene: Sauberkeit ist halbe Miete**

    • Kälber einzeln halten (kein Gemeinschaftsstall mit älteren Tieren!).
    • Stall desinfizieren (z. B. mit Kalkmilch oder speziellen Desinfektionsmitteln).
    • Futter- und Tränkeeimer nach jedem Gebrauch reinigen (heißes Wasser + Spülmittel reicht erstmal).

    **4. Fütterung anpassen: Kein Experimentieren!**

    • Milch weitergeben, aber nicht zu kalt oder zu heiß.
    • Keine Milch mit Elektrolyten mischen (kann die Aufnahme stören).
    • Falls das Kalb nicht trinkt: Mit einer Sonde (gibt’s beim Tierarzt) zwangsernähren.

    **5. Wann zum Tierarzt?**

    • Wenn das Kalb nicht mehr trinkt oder apathisch wird.
    • Bei blutigem Durchfall (könnte E. coli oder Salmonellen sein).
    • Wenn es nach 24 Stunden nicht besser wird.
    • Bei Fieber über 40 °C oder Untertemperatur unter 37 °C.

    Der Tierarzt kann:

    • Erreger testen (Kotprobe).
    • Infusionen geben (bei starker Dehydration).
    • Medikamente verschreiben (z. B. Halofuginon gegen Cryptosporidien).

    **Fazit: Vorbeugen ist besser als heilen**

    Kälberdurchfall ist kein Schicksal, sondern oft ein Management-Problem. Die besten Tipps, um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen:

    Kolostrum-Check – das Kalb muss in den ersten Stunden genug gute Milch bekommen.

    Stallhygiene – sauber halten, Kälber trennen, Desinfektion.

    Fütterung kontrollieren – keine kalte Milch, keine Experimente.

    Elektrolyte griffbereit halten – für den Notfall.

    Tierarzt frühzeitig holen – lieber einmal zu viel als zu wenig.

    Und denk dran: Hausmittel wie Kräutertees oder Homöopathie bringen nichts – da kannst du genauso gut beten. Elektrolyte und Flüssigkeit sind das Einzige, was wissenschaftlich belegt hilft.

    Falls du noch Fragen hast – immer her damit. Ich helf dir, wo ich kann. Aber wenn’s ernst wird: Ab zum Tierarzt!

    Bis dahin – bleib gesund und lass die Kälber nicht im Dreck versinken!

    Liebe Grüße

    Der Knochenbrecher 🚜💪

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    agilan Nabi-Bolus
    Bolus zur unterstützenden Behandlung bei Kälberdurchfall, enthält spezifische Wirkstoffe[1]

    agilan Rehydrat Pulver
    Rehydrierungspulver zur Flüssigkeits- und Elektrolytersatztherapie bei Durchfall[1]

    Orale Paste mit Mikronährstoffen
    Paste für neugeborene Kälber bei Stress und ersten Durchfallzeichen[2]

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