Hufrehe Symptome beim Pferd: 5 Warnsignale + Soforthilfe

Foto von Helena Lopes auf Unsplash

Hufrehe-Symptome erkennen: Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Pferd entlastet Vorderbeine, stellt sie weit nach vorne
  • Hufe sind warm bis heiß, starke digitale Pulsation
  • Pferd ist steif, zeigt Schmerzen auf hartem Untergrund
  • Pferd liegt öfter, steht weniger
  • Frühzeichen: Gewicht nach hinten verlagert

Keine Heilversprechen: Wir sind Knochenbrecher, keine Tierärzte.

Termin fürs Pferd anfragen


Auf einen Blick

Was du wissen musst:

  • Hufrehe ist ein schwerwiegender Notfall, der sofortige tierärztliche Behandlung erfordert.
  • Typische Symptome sind warme Hufe, starke Pulsation und eine veränderte Körperhaltung.
  • Die Ursache kann eine Stoffwechselstörung, Vergiftung oder Überlastung sein.

Was du tun solltest:

  • Sofort den Tierarzt rufen, wenn du diese Symptome bemerkst.
  • Pferd in eine weiche, saubere Box stellen und Bewegung einschränken.
  • Kein frisches Gras oder zuckerhaltiges Futter geben.

Knochenbrecher-Begleitung als Ergänzung zur tierärztlichen Behandlung möglich — keine Therapie und kein Tierarzt-Ersatz.

Termin vereinbaren →

Hufrehe ist eine akute Entzündung der Huflederhaut beim Pferd — der Schicht, die Hufbein und Hornkapsel verbindet. Typische Symptome sind eine Schonhaltung mit nach vorne gestreckten Vorderbeinen, warme Hufe, eine stark fühlbare digitale Pulsation an den Fesselbeugern und steifer Gang besonders auf hartem Boden. Unbehandelt kann das Hufbein im Huf absinken oder rotieren. Die ersten Stunden entscheiden — bei Verdacht sofort den Tierarzt rufen.

Hufrehe Symptome erkennen
Foto von Soledad Lorieto auf Unsplash

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Hauptsymptom: Pferd entlastet Vorderbeine, klassische Schonhaltung (Gewicht hinten)
  • Weitere Zeichen: Warm-heiße Hufe, starke Pulsation der Zehe, Schweißausbruch
  • Sofort: Weidegang stoppen, Sand-/Kiesbox, Tierarzt anrufen — Notfall!
  • Ursachen: Grasinsulinose, Kraftfutterüberschuss, Systemerkrankungen, Steroidgabe
  • Prognose: Abhängig von Lamellenrotation — frühe Behandlung ist entscheidend

Hufrehe erkennen: So handelst du richtig, bevor’s kritisch wird

Moin!
Hufrehe ist kein Spaß – und wenn dein Pferd plötzlich lahmt wie ein betrunkener Seemann, solltest du sofort hellhörig werden. Die meisten denken: „Ach, das wird schon wieder.“ Doch während du noch überlegst, frisst sich die Entzündung schon durch die Huflederhaut, und im schlimmsten Fall rotiert das Hufbein. Dann wird’s richtig teuer, schmerzhaft und langwierig. Also: Augen auf, Hufe checken – hier kommt, worauf du achten musst.


Das Problem: Hufrehe schleichend oder plötzlich – aber immer ein Notfall

🎓Mehr zum Thema? Videokurs ansehen →

Hufrehe Symptome erkennen

Hufrehe (Laminitis) ist eine entzündliche Katastrophe im Huf, die die Verbindung zwischen Hufbein und Hornkapsel zerstört. Die Folgen? Hochgradige Schmerzen, Lahmheit, Hufbeinrotation oder -absenkung – und im Extremfall schuht das Pferd aus (ja, das Hufhorn löst sich komplett ab. Grauenhaft.).

Die fiese Sache: Hufrehe kommt nicht immer mit Pauken und Trompeten. Manchmal fängt’s harmlos an – ein bisschen steifer Gang, Unruhe, ein Pferd, das plötzlich nicht mehr mitmachen will. Und dann, zack, liegt es apathisch in der Box und will nicht mehr aufstehen.

Die größten Risikofaktoren?
Fütterungsfehler (zu viel Gras, Kraftfutter, Getreide)
Stoffwechselprobleme (EMS, Cushing (PPID))
Überlastung (z. B. nach einer Verletzung, wenn das Pferd ein Bein schont)
Schwere Erkrankungen (Kolik, Gebärmutterentzündung, Vergiftungen)


🎓Mehr zum Thema? Videokurs ansehen →

💡Endokrine Hufrehe ist der häufigste Auslöser bei Pferden in Europa — Insulin-Dysregulation ist der Schlüssel. Termin vereinbaren →

Endokrine Hufrehe: Wenn der Stoffwechsel die Hufe angreift

Moin! Wenn du bisher dachtest, Hufrehe kommt nur von zu viel Gras oder einem Schmiedefehler — hier ist der wichtigste Plot-Twist in der modernen Pferdehaltung: Die endokrine Hufrehe ist heute der häufigste Auslöser. Dahinter steckt fast immer eine Insulin-Dysregulation — das heißt, dein Pferd verarbeitet Zucker und Stärke nicht richtig, und das Insulin im Blut schädigt indirekt die Huflederhaut. Nicht durch Bakterien, nicht durch Vergiftung, sondern durch einen Stoffwechsel-Mechanismus, den du mit der richtigen Diät und Vorsorge entschärfen kannst.

Was ist Insulin-Dysregulation?

Insulin-Dysregulation (ID) ist ein Oberbegriff für drei Probleme:

  • Basales Hyperinsulinämie: Der Insulinspiegel im Blut ist auch nüchtern (vor dem Füttern) dauerhaft erhöht.
  • Postprandiales Hyperinsulinämie: Nach dem Fressen (besonders von Gras oder Kraftfutter) schießt der Insulinspiegel extrem hoch.
  • Insulinresistenz: Die Körperzellen reagieren schlechter auf Insulin — das Pferd braucht mehr Insulin, um den Blutzucker zu senken.

Das klinisch Entscheidende: Es ist nicht das hohe Blutzucker selbst, sondern das hohe Insulin, das die Huflederhaut schädigt. Pferde mit EMS oder Cushing (PPID) haben oft eine oder mehrere dieser Formen — und laufen deshalb ein massiv erhöhtes Hufrehe-Risiko. Wer die ID früh erkennt, kann Hufrehe in vielen Fällen verhindern.

Warum führt Insulin zur Hufrehe?

Der exakte Mechanismus ist Gegenstand aktiver Forschung, aber das Bild wird klarer: Hyperinsulinämie aktiviert Rezeptoren in der Huflederhaut, die zu Entzündung, Schwellung und Schwächung der Lamellen führen. Das Ergebnis: Die Verbindung zwischen Hufbein und Hornkapsel lockert sich — die klassische Hufrehe-Entstehung.

Die typischen Trigger bei endokriner Hufrehe:

  • Frühlings- und Herbstgras — besonders nach Frost oder Regenwetter, wenn das Gras Zucker anreichert.
  • Kraftfutter, Müsli, Pellets mit hohem Stärkeanteil — auch "leichte" Varianten können bei einem empfindlichen Pferd den Insulinspiegel in die Höhe treiben.
  • Obesity — Fettgewebe produziert Entzündungsmediatoren und verschlimmert die Insulinresistenz.
  • PPID (Cushing) — durch den erhöhten ACTH-Spiegel wird die Insulinregulation zusätzlich gestört.

Wichtig: Endokrine Hufrehe entwickelt sich oft schleichend. Das Pferd wird erst „ein bisschen steif", dann „unruhig auf der Weide" — und plötzlich steht es in der Rehestellung. Die Phase 1 (Entwicklungsphase, 24–60 Stunden symptomfrei) ist hier besonders relevant, weil du als Besitzer handeln kannst, bevor die Hufe warm werden.

Früherkennung durch Blutwerte

Wenn dein Pferd Übergewicht hat, bereits EMS-typische Fettpolster zeigt oder auf Weidegras reagiert, solltest du proaktiv Blut abnehmen lassen — idealerweise vor der Weidesaison. Der Tierarzt prüft typischerweise:

Wert Was er sagt Handlungsempfehlung
Insulin (nüchtern / oGTT) Erhöht = Insulin-Dysregulation wahrscheinlich Diätumstellung, Weidekontrolle, Tierarzt-Beratung
Glukose Kann normal sein — Insulin ist der frühere Indikator Nicht allein bewerten, mit Insulin kombinieren
ACTH Erhöht bei PPID (Cushing) — verstärkt das Hufrehe-Risiko PPID-Behandlung starten (Pergolid etc.)
Leptin Adipositas-Marker; erhöht bei Übergewicht Gewichtsmanagement, Bewegungsplan

Knochenbrecher-Tipp: Ein oraler Glukose-Toleranztest (oGTT) — im Pferde-Setting heute meist als oraler Zuckertest (OST) durchgeführt — ist aussagekräftiger als ein einzelner nüchterner Wert, weil er zeigt, wie stark der Insulinspiegel nach Futteranstieg reagiert. Viele Tierärzte bieten diesen Test im Frühjahr an — nutze das als Vorsorge-Tool.

Sofortmaßnahme: Kryotherapie bei Verdacht auf endokrine Hufrehe

Wenn dein Pferd gerade Gras gefressen hat (besonders Frühlingsgras) oder ein bekanntes EMS/PPID-Pferd plötzlich Unruhe in den Beinen zeigt, gibt es eine evidenzbasierte Sofortmaßnahme, die du sofort starten kannst — noch bevor der Tierarzt eintrifft:

Kryotherapie der distalen Gliedmaßen (Hufe + Unterschenkel).

  • Zieltemperatur: 5–10 °C an den distalen Gliedmaßen (Hufe, Kronrand, Fesselbereich).
  • Dauer: 48–72 Stunden kontinuierlich oder so lange wie möglich (Eiswasser-Bäder, Kühlstiefel, Kältepackungen mit regelmäßigem Wechsel).
  • Effekt: Reduziert den lamellären Schaden signifikant, wenn sie in der symptomfreien Entwicklungsphase (Phase 1) oder direkt bei Symptombeginn gestartet wird.

Was die Wissenschaft sagt: Die Arbeitsgruppe um van Eps & Pollitt hat den Nutzen kontinuierlicher digitaler Kryotherapie zunächst am Kohlenhydrat-/Sepsis-Modell nachgewiesen (Oligofruktose-Modell; van Eps & Pollitt 2004, 2009). Spätere Arbeiten (van Eps et al. 2014) zeigten, dass kontinuierliche Kühlung auch bei Hyperinsulinämie-induzierter (endokriner) Hufrehe die Schwere der Lamellenschädigung deutlich reduziert. Die Kühlung senkt den Stoffwechsel der Lamellen, verringert die Entzündungskaskade und stabilisiert die Hufstruktur, während der Insulin-Spiegel sich reguliert.

Praktische Umsetzung für den Stall:

  • Eimer mit Eiswasser bereitstellen — Hufe 20 Minuten eintauchen, dann kurz trocknen, wiederholen.
  • Kühlstiefel (Vet-Ice-Boots etc.) anlegen — bieten konstantere Kühlung als Eimer.
  • Isolierte Stallbox mit guter Einstreu, damit das Pferd stehen kann ohne zusätzliche Belastung.
  • Weide sofort stoppen — kein Gras, kein Kraftfutter, nur zuckerarmes Heu (NSC < 10 %).

Quellen: van Eps, A.W. & Pollitt, C.C. (2004). Equine laminitis: cryotherapy reduces the severity of the acute lesion. Equine Vet J 36:255–260 (Oligofruktose-/Kohlenhydrat-Modell). — van Eps, A.W. et al. (2014). Continuous digital hypothermia … (Hyperinsulinämie-Modell). — Asplin, K.E. et al. (2007). Induction of laminitis by prolonged hyperinsulinaemia in clinically normal ponies. Vet J 174:530–535.

Langfristiges Management bei endokriner Hufrehe

Endokrine Hufrehe heilt nicht mit einer einmaligen Behandlung. Sie braucht ein Lebensstil-Management — und das ist der Punkt, an dem Knochenbrecher-Begleitung als Ergänzung zur tierärztlichen Versorgung Sinn macht:

  • Diät-Disziplin: Zuckerarmes Heu (NSC < 10 %), eingeweicht 30–60 Min. zur Reduktion restlichen Zuckers. Kein Frischgras, kein Kraftfutter, keine Leckerlis mit Zucker/Stärke.
  • Weidemanagement: Maulkorb, strikte Stallzeiten oder sandbedeckter Paddock statt Grasweide. Besonders Frühjahr und Herbst sind Hochrisiko-Zeiten.
  • Gewichtskontrolle: Body-Condition-Score (BCS) regelmäßig prüfen — Ziel BCS 5/9. Fettpolster am Nacken ("crest") und an der Schweifwurzel sind Frühwarnsignale.
  • Bewegung: Tägliche, moderate Bewegung (Schritt, leichter Trab) verbessert die Insulinsensitivität — aber nie auf hartem Boden bei akuter oder rezidivierender Hufrehe.
  • Stoffwechsel-Monitoring: Halbjährliche Blutkontrollen (Insulin, Glukose, ACTH bei PPID-Pferden), um Trendveränderungen früh zu sehen.
  • Hufpflege: Regelmäßiger, röntgenbasierter Hufbeschlag bei chronischer Hufrehe, um Hufbeinrotation zu verhindern.

Wenn du nur eine Sache mitnimmst:
Endokrine Hufrehe ist vorbeugbar. Wenn du das Gras, das Gewicht und die Insulinwerte im Blick hast, reduzierst du das Risiko drastisch — und die Kryotherapie in den ersten 48 Stunden ist deine evidenzbasierte Notfallwaffe.

Direkt verbundene Artikel:

Hufrehe-Stadien: Die 4 Phasen nach veterinärmedizinischer Klassifikation

Hufrehe verläuft in vier klar definierte Phasen — von der symptomfreien Schädigung bis zur dauerhaften Hufbeindislokation. Wer die Phasen kennt, kann schneller handeln und den Tierarzt zielgerichtet informieren.

Phase 1 — Entwicklungsphase (symptomfrei, ca. 24–60 Stunden)

Dies ist die Zeitspanne zwischen dem auslösenden Ereignis (z. B. Futterüberladung, Kolik, Medikamentengabe, Hufrehe-auslösende Erkrankung) und dem Auftreten der ersten klinischen Anzeichen. Das Pferd zeigt in dieser Phase noch KEINE Symptome — weder Lahmheit noch warme Hufe, und es sind keine Röntgenveränderungen sichtbar. Dauer: ca. 24–60 Stunden. Diese Phase ist das optimale Zeitfenster für präventive Maßnahmen: Kryotherapie (Hufe kühlen) ist hier am effektivsten, um das Fortschreiten zu stoppen. Risikofaktoren wie EMS, Cushing (PPID), Übergewicht oder Fütterungsfehler begünstigen den Eintritt in die Entwicklungsphase.

Phase 2 — Akute Phase (≤ 72 Stunden, noch keine Hufbeindislokation)

Erste klinische Symptome treten auf: warme Hufe, verstärkte Pulsation der Digitalarterien, Schonhaltung, Lahmheit. Das Hufbein befindet sich definitionsgemäß noch in seiner normalen Position innerhalb der Hornkapsel — es ist noch nicht rotiert oder abgesenkt. In diesen ersten 72 Stunden entscheidet sich durch schnelles Handeln, ob eine Dislokation verhindert werden kann. Das Ziel der Behandlung in dieser Phase ist es, eine Hufbeinrotation oder -absenkung (Sinker) zu verhindern. Sofortmaßnahmen: Tierarzt rufen, Boxenruhe, Hufe kühlen, Futterumstellung (kein Gras, kein Kraftfutter, nur eingeweichtes zuckerarmes Heu).

Phase 3 — Subakute Phase (Erholung ohne bleibende Schäden)

Wenn die akute Entzündung abklingt und keine dauerhafte Schädigung der Huflederhaut eingetreten ist, spricht man von der subakuten Phase. Die klinischen Symptome bilden sich zurück, das Pferd wird wieder lahmfrei, und das Hufbein bleibt in seiner normalen Position — es treten keine röntgenologischen Veränderungen auf. Engmaschige Kontrolle durch Tierarzt und Hufbearbeiter sichern den Heilungsverlauf.

Phase 4 — Chronische Phase (Hufbeindislokation, dauerhafte Veränderungen)

Wenn die Huflederhaut dauerhaft geschädigt ist, kommt es zur Dislokation des Hufbeins — entweder als Rotation oder als Absenkung (Sinker). Sichtbare Folgen: Reheringe (konzentrische Rillen im Hufhorn), konkave oder konvexe Zehenwand, verbreiterte weiße Linie, veränderte Hufform. Langzeitmanagement: röntgenbasierte Hufpflege, strikte Diät, Stoffwechselkontrolle.


Obel-Graduierung: Den Schweregrad richtig einschätzen

Der schwedische Tierarzt Nils Obel hat 1948 vier Schweregrade definiert, die in der tierärztlichen Praxis weltweit verwendet werden, um die klinische Ausprägung einer Hufrehe objektiv einzuordnen:

Grad Beobachtbares Symptom Dringlichkeit
Obel I Pferd lahmt nur in Wendungen oder auf hartem Boden; im Schritt auf weichem Boden noch unauffällig Tierarzt kontaktieren — Frühphase
Obel II Pferd lahmt im Schritt auf hartem Boden; lässt sich noch zum Traben animieren Tierärztlicher Notfall — sofort handeln
Obel III Pferd lahmt deutlich im Schritt; bewegt sich nur widerwillig und mit offensichtlichen Schmerzen Akuter Notfall — sofortige tierärztliche Versorgung
Obel IV Pferd kann nicht mehr stehen oder bewegt sich nur unter extremen Schmerzen; liegt oft stündlich Lebensbedrohlicher Notfall — sofortige Einweisung

Wichtig: Die Obel-Grade sind eine Orientierungshilfe, keine Diagnose. Jeder Grad erfordert eine tierärztliche Untersuchung. Liegen Grunderkrankungen wie EMS oder Cushing (PPID) vor, müssen diese immer mitbehandelt werden — sonst heilt die Hufrehe nicht dauerhaft aus.

Quelle: Obel, N. (1948). Studies on the histopathology of acute laminitis.


Die Lösung: Symptome erkennen – und JETZT handeln

1. Frühwarnzeichen: „Irgendwas stimmt nicht“

Dein Pferd ist nicht einfach nur „faul“ oder „stur“. Wenn es plötzlich eines oder mehrere dieser Anzeichen zeigt, handelt es sich um einen Notfall – auch wenn’s noch nicht dramatisch aussieht!

Widersetzlichkeit beim Hufaufheben – Dein Pferd lehnt sich weg, wenn der Schmied die Hufe kontrollieren will.
Unruhe in den Beinen – Es setzt die Hufe ständig um, als hätte es Ameisen in den Hufen.
Taktunreinheit oder steifer Gang – Besonders auf hartem Boden oder in Wendungen.
Leichte Lahmheit – Vor allem vorne, aber auch hinten möglich.

→ Sofortmaßnahme:
Futter checken! Kein Gras, kein Kraftfutter, nur zuckerarmes Heu (am besten eingeweicht).
Hufe kühlen — distale Gliedmaße auf 5–10 °C, 48–72 h kontinuierlich (van Eps & Pollitt 2004).
Tierarzt anrufen – Auch wenn’s „nur“ ein Verdacht ist.


2. Akute Hufrehe: „Jetzt geht’s richtig los“

Wenn dein Pferd plötzlich lahmt wie verrückt, sich weigert zu laufen oder sich hinlegt, ist die Hölle los. Typische Anzeichen:

🚨 Extreme Lahmheit – Das Pferd will nicht mehr auftreten, besonders vorne.
🚨 Rehestellung („Sägebockhaltung“) – Vorderbeine nach vorne gestreckt, Hinterbeine unter den Bauch gezogen, um die Zehen zu entlasten.
🚨 Trachtenfußung – Das Pferd belastet nur noch die Fersen, nicht mehr die Zehe.
🚨 Wendeschmerz – In engen Wendungen wird die Lahmheit schlimmer.
🚨 Warme bis heiße Hufe – Besonders am Kronrand (da, wo das Fell aufhört).
🚨 Starker Puls in den Fesselarterien – Wenn du deine Finger seitlich an die Fessel legst, spürst du ein starkes Pochen (normalerweise kaum fühlbar!).
🚨 Schmerzreaktion bei Hufzangendruck – Wenn der Tierarzt mit der Zange auf die Zehe drückt, zuckt das Pferd zusammen oder reißt das Bein weg.
🚨 Apathie oder Unruhe – Manche Pferde liegen nur noch rum, andere sind total hibbelig.
🚨 Fieber oder Kreislaufprobleme – Je nach Ursache (z. B. bei Vergiftungen oder schweren Infektionen).

→ Sofortmaßnahmen (NEBEN dem Tierarzt-Ruf!):
Boxenruhe! Tief einstreuen (Sägespäne, Sand, Torf), damit das Pferd sich hinlegen kann, ohne sich zu verletzen.
Hufe kühlen — distale Gliedmaße auf 5–10 °C, 48–72 h kontinuierlich (Eiswasser-Bäder, Kühlstiefel, Kältepackungen mit regelmäßigem Wechsel; van Eps & Pollitt 2004).
Kein Futter mehr gebenNUR Wasser und zuckerarmes Heu (wenn überhaupt).
Schmerzmittel? Nur nach Absprache mit dem Tierarzt! (NSAR wie Phenylbutazon können helfen – aber falsch dosiert gefährlich!)
👉 Alle Sofortmaßnahmen Schritt für Schritt zum Ausdrucken: Kostenloser Hufrehe-Notfallplan als PDF.


3. Chronische Hufrehe: „Wenn der Schaden schon da ist“

Wenn die akute Phase überstanden ist, aber das Pferd immer wieder lahmt, kann die Hufrehe chronisch werden. Typische Anzeichen:

🔹 Dauerhafte Lahmheit – Besonders auf hartem Boden oder in Wendungen.
🔹 Veränderte HufformReheringe (horizontale Rillen im Huf), konkave Zehenwand (die Zehe sieht aus, als wäre sie „eingedrückt“).
🔹 Hufbeinrotation/-absenkung – Nur im Röntgen sichtbar, aber oft spürbar durch eine abgesunkene Hufkapsel.
🔹 Kalte Hufe – Bei chronischer Durchblutungsstörung fühlen sich die Hufe manchmal eiskalt an.

→ Langzeitmanagement:
Regelmäßige Hufpflege – Ein erfahrener Schmied/Huforthopäde muss die Hufe röntgenbasiert bearbeiten.
Strikte DiätKein Gras, kein Getreide, zuckerarmes Heu (ggf. mit Maulkorb weiden lassen).
Stoffwechsel checken – Bluttest auf Insulin, Glukose, ACTH (EMS/Cushing?).
Bewegung kontrollieren – Kein Galoppieren auf hartem Boden, aber sanfte Bewegung (z. B. Spaziergänge im Schritt) ist wichtig.


💡Ursachen können Stoffwechselstörungen, Vergiftungen oder Überlastung sein. Termin vereinbaren →

Fazit: Hufrehe ist kein Schicksal – aber ein Wettlauf gegen die Zeit

Hufrehe ist keine Lappalie – sie kann dein Pferd für immer lahm machen oder sogar töten. Aber: Je früher du handelst, desto besser sind die Chancen!

Deine Checkliste für den Ernstfall:
Frühwarnzeichen erkennen (Unruhe, Taktfehler, Widersetzlichkeit beim Hufaufheben).
Bei Verdacht: Futter stoppen, Hufe kühlen, Tierarzt rufen!
Akute Phase: Boxenruhe, Kühlung, Schmerzmanagement (nur mit TA!).
Chronische Phase: Röntgen, Hufkorrektur, Diät, Stoffwechsel checken.

Und denk dran: Vorbeugen ist besser als heilen!
Kein Übergewicht (dick = Risiko!).
Kein plötzlicher Futterwechsel (z. B. von Heu auf frisches Gras).
Regelmäßige Hufpflege (ein guter Schmied sieht Probleme, bevor sie schlimm werden).
Stoffwechsel im Blick behalten (EMS / Cushing früh behandeln).

Wenn du nur eine Sache mitnimmst, dann diese:
Hufrehe ist ein Notfall – auch wenn’s „nur“ ein bisschen lahmt. Handle schnell, handle richtig, und hol dir Hilfe!

Du willst die ausführliche Anleitung lieber am Bildschirm lesen? Hier findest du den kompletten Artikel mit Stadien-Übersicht. Und jetzt: Ab in den Stall und die Hufe checken! 🐴💪

🐴 Mein Pferde-Ratgeber — für alle, die’s wirklich wissen wollen

Kein Blabla, kein ewiges Suchen: Im Knochenbrecher-Ratgeber Pferd (19 €) findest du, was ich nach 30 Jahren Erfahrung weiß — kompakt zusammengefasst, damit du im Ernstfall nicht lange suchen musst.

Termin vereinbaren →

👉 Kostenloser Download: Erste-Hilfe beim Pferd – Notfall-Guide mit 10 Checklisten zum Ausdrucken – Erste-Hilfe-Pferd-Download (PDF).

Mein Tipp für deine Stallapotheke

Wichtig: Akute Hufrehe ist ein tierärztlicher Notfall — sofort den Tierarzt rufen. In meiner Stallapotheke findest du passende Ergänzungsmittel zur Vorsorge und Unterstützung gesunder Hufe beim Pferd. Hinweis: Bei Hufrehe-Schub immer sofort den Tierarzt rufen — Ergänzungsmittel ersetzen keine tierärztliche Akutversorgung.


Braucht Ihr Tier Hilfe?

Als traditioneller Knochenbrecher aus Ostfriesland helfe ich Ihrem Hund, Ihrer Katze oder Ihrem Pferd — mit sanften Impulsen, ohne Schmerzen. Samstags in Dornum und ganz Ostfriesland.

Folg uns auf Social Media für weitere Tipps rund um Tiergesundheit und natürliche Begleitung:

Verwandte Artikel

Hinweis: Ich bin kein Tierarzt — Diagnose und Behandlungsentscheidungen gehören in tierärztliche Hand.