Kolik Pferd was tun
Kolik Pferd was tun ist ein wichtiges Thema für Tierbesitzer.
Foto von Djordje Gajic auf Unsplash
Kolik beim Pferd – Was tun? Nicht warten, handeln!
Moin!
Dein Pferd steht da wie ein Brett, guckt ständig zum Bauch und will nicht fressen? Oder es wälzt sich wie verrückt und schwitzt, als hätte es gerade einen Marathon gelaufen? Dann geht’s dir gerade wahrscheinlich wie mir vor ein paar Jahren – das Herz rutscht in die Hose, und du fragst dich: Was zum Teufel ist da los? Ganz klar: Kolik. Und die ist kein Spaß, sondern ein Notfall. Hier kommt, was du wissen musst – ohne Schnickschnack, aber mit allem, was wirklich zählt.
Was ist Kolik überhaupt?
Kolik Pferd was tun
Kolik ist kein eigenes Krankheitsbild, sondern ein Symptom – wie Fieber beim Menschen. Irgendwas im Bauch deines Pferdes macht Stress, und das tut weh. Sehr weh. Die Ursachen? Da gibt’s viele:
- Darmprobleme: Verschlüsse, Verdrehungen, Einklemmungen (ja, der Darm kann sich wirklich verdrehen wie ein nasser Lappen!).
- Futterfehler: Zu viel auf einmal, plötzliche Umstellung, Schimmel im Heu, zu wenig Wasser.
- Sand im Darm (besonders bei Pferden, die auf sandigem Boden fressen).
- Parasiten (Würmer, die den Darm verstopfen).
- Stress: Umstallung, neue Herde, zu wenig Bewegung.
Wichtig: Wetterwechsel sind kein direkter Auslöser – auch wenn Oma Erna das seit 50 Jahren behauptet. Studien zeigen: Es sind eher die Begleitumstände (z. B. weniger Bewegung bei Regen), die das Risiko erhöhen.
Wie erkennst du Kolik? Die Alarmzeichen
Dein Pferd zeigt eines oder mehrere dieser Symptome? Dann ist Handeln angesagt!
✅ Leichte Kolik:
– Unruhig, scharrt, guckt zum Bauch.
– Frisst nicht, setzt keinen oder nur wenig Kot ab.
– Liegt öfter als sonst, steht aber wieder auf.
⚠️ Mittelschwere Kolik:
– Wälzt sich, wirft sich hin, steht wieder auf – wie ein Besessener.
– Schweißausbrüche, schneller Atem, aufgerissene Augen.
– Bauch ist aufgezogen (Muskeln verkrampft).
❌ Schwere Kolik (LEBENSGEFAHR!):
– Pferd liegt apathisch da, reagiert kaum.
– Kalter Schweiß, blasse Schleimhäute, kühle Beine (Kreislaufversagen!).
– Kein Kotabsatz, aufgeblähter Bauch.
Merke: Je stärker die Schmerzen, desto schneller muss der Tierarzt ran!
Was du SOFORT tun kannst (und was nicht!)
✔️ DO’S:
- Tierarzt anrufen – JETZT!
- Sag klar: „Mein Pferd hat Kolik, Symptome sind [beschreiben].“
- Frag, ob du schon mal Spazierengehen sollst (bei leichten Fällen hilft Bewegung, den Darm in Schwung zu bringen).
-
Kein Futter geben! (Auch kein Heu – das macht’s nur schlimmer.)
-
Pferd beobachten wie ein Schießhund:
- Wie oft wälzt es sich? Wie sieht der Kot aus? (Fotos helfen dem TA!)
-
Puls und Atmung checken (normal: Puls 28–44, Atmung 8–16 pro Minute).
-
Bei leichten Symptomen: Spazierengehen
- Nicht im Kreis führen (das stresst nur), sondern geradeaus auf ebenem Boden.
-
Nicht zu lange – 10–15 Minuten, dann Pause.
-
Wasser anbieten
- Manche Pferde trinken bei Kolik nicht – dann hilft eine Elektrolytlösung (vom TA empfohlen).
❌ DON’TS (was du NIEMALS tun darfst!):
- Schmerzmittel geben (z. B. Metacam, Butazolidin) ohne TA-Anweisung!
- Warum? Weil du damit die Symptome verschleierst – der TA sieht dann nicht mehr, wie schlimm es wirklich ist.
- Einläufe oder Abführmittel auf eigene Faust.
- Bei einer Darmverdrehung kann das tödlich enden!
- Pferd in der Box einsperren.
- Wenn es sich wälzen will, lass es – aber ohne Hindernisse (keine Ecken, wo es sich einklemmen kann).
- Abwarten.
- Kolik ist kein „Wird schon wieder“ – jede Minute zählt!
Was macht der Tierarzt?
Der TA checkt:
– Rektale Untersuchung (fühlt, ob der Darm verlagert ist).
– Ultraschall (bei Verdacht auf Flüssigkeit oder Gasansammlungen).
– Bluttest (Hämatokrit, Laktat – zeigt, wie stark der Kreislauf belastet ist).
– Magensonde (bei Verdacht auf Magenüberladung).
Behandlung:
– Schmerzmittel (z. B. Buscopan, Metamizol).
– Infusionen (bei Flüssigkeitsmangel).
– Abführmittel (z. B. Paraffinöl bei Verstopfung).
– OP (bei Verdrehungen oder Strangulationen – hier zählt jede Stunde!).
Wie kannst du Kolik vorbeugen?
Kolik ist oft hausgemacht – aber zum Glück kannst du viel tun, um das Risiko zu senken:
🔹 Fütterung:
– Langsame Futterumstellung (über 1–2 Wochen).
– Kleine Portionen (Pferdemagen ist winzig – lieber öfter wenig füttern).
– Kein Schimmel, kein Staub (Heu immer prüfen!).
– Sand vermeiden (bei Sandböden: Heunetze hochhängen, Sandabsatzmittel füttern).
🔹 Wasser:
– Immer frisches Wasser (auch im Winter!).
– Elektrolyte bei starkem Schwitzen (z. B. nach Transport).
🔹 Bewegung:
– Täglicher Weidegang (Bewegung hält den Darm in Schwung).
– Kein stundenlanges Stehen in der Box.
🔹 Parasitenkontrolle:
– Regelmäßige Wurmkuren (aber nicht blind – Kotproben checken lassen!).
🔹 Stress reduzieren:
– Keine plötzlichen Herdenwechsel.
– Ruhe bei Transporten.
Fazit: Kolik ist kein Schicksal – aber ein Notfall!
Kolik ist keine Lappalie – sie kann innerhalb weniger Stunden tödlich enden. Aber: Du kannst viel tun, um sie zu verhindern! Und wenn’s doch passiert:
- Ruhe bewahren (Panik hilft niemandem).
- Tierarzt anrufen – SOFORT.
- Pferd beobachten und Notizen machen.
- Nicht rumdoktern – abwarten, bis der TA da ist.
Und denk dran: Jede Kolik ist anders. Manche Pferde sind nach einer Runde Spazierengehen wieder fit, andere brauchen eine OP. Aber eins ist sicher: Je schneller du handelst, desto besser sind die Chancen.
Also: Augen auf, Handy griffbereit – und im Zweifel lieber einmal zu viel den TA rufen als einmal zu wenig.
Bleib gesund, dein Pferd auch – und bis zum nächsten Mal!
Marco „Knochenbrecher“ Tjaden 🐴💪
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Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei ernsthaften Beschwerden oder Unsicherheiten bitte immer einen Tierarzt aufsuchen.
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