Kategorie: Schwein

  • Mutterschafe bauen im Frühjahr ab

    Mutterschafe bauen im Frühjahr ab

    Mutterschafe bauen im Frühjahr ab

    Mutterschafe bauen ab Frühjahr ist ein wichtiges Thema für Tierbesitzer. Mutterschafe bauen im Frühjahr ab
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    Mutterschafe im Frühjahr schlapp? Hier kriegst du die Mütter wieder auf die Beine!

    Moin, du Schafhalter!

    Mutterschafe bauen ab Frühjahr

    Wir kennen das doch alle: Der Frühling kommt, die Lämmer springen und die Mutterschafe sollten eigentlich voller Energie sein. Aber dann siehst du die eine oder andere Mutter, die einfach „abbaut“. Sie verliert Gewicht, wirkt müde, und die Lämmer bleiben im Wachstum zurück. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern kann den ganzen Betrieb durcheinanderbringen. Als Marco, der Knochenbrecher aus Ostfriesland, geb ich dir hier mal ein paar Impulse, was da oft dahintersteckt und wie du dem begegnen kannst.

    Das Problem: Warum deinen Müttern im Frühjahr die Puste ausgeht

    Wenn deine Mutterschafe im Frühjahr plötzlich schlappmachen, also Gewicht und Kondition verlieren und die Milchleistung sinkt, dann ist das selten eine Einzelursache. Meistens ist es eine unheilige Allianz aus mehreren Faktoren :

    1. Energie- und Eiweißmangel: Stell dir vor, du hast gerade Zwillinge bekommen und musst jetzt den ganzen Tag Power geben, um die zu versorgen – und das alles bei einer Futterumstellung auf frisches, aber noch nicht super-nährstoffreiches Gras. Mutterschafe mit Zwillingen haben nach dem Ablammen einen enormen Energiebedarf, viel höher als güste Tiere . Wird dieser tägliche Nährstoffbedarf nicht gedeckt, gehen sie an die eigenen Reserven und verlieren Gewicht . So ein Gewichtsverlust auf etwa 80 % des Normalgewichts nennt man Abmagerung, oder im schlimmsten Fall Kachexie, mit ausgeprägtem Muskel- und Substanzverlust .
    2. Mineral- und Spurenelementmangel: Auch wenn’s nicht sofort sichtbar ist, fehlen oft wichtige Bausteine wie Selen/Vitamin E, Kupfer, Kobalt oder Jod . Das führt dann zu Wachstumsstörungen, Leistungsminderung, Fruchtbarkeitsstörungen, Muskelerkrankungen oder einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen . Frühe Mangelsymptome können dabei leicht übersehen werden .
    3. Parasitenbelastung: Der Weideaustrieb im Frühjahr ist für Magen-Darm-Nematoden wie Haemonchus contortus, Teladorsagia und Trichostrongylus die reinste Einladung . Die können ordentlich Leistung kosten, deine Schafe abmagern lassen und in schweren Fällen zu Anämie und Todesfällen führen . Besonders gefährdet sind hier die Mutterschafe rund um die Lammzeit (Periparturient rise) .

    Wie du das erkennst? Achte auf diese Zeichen:

    • Kondition & Gewicht: Die Rippen sind deutlich zu sehen, der Rücken spitz, und die Lendenregion eingefallen. Dein Schaf hat wenig Muskeln, sieht einfach hager aus (Abmagerung/Kachexie) . Die Gewichtsentwicklung ist negativ, obwohl sie auf der Weide sind.
    • Allgemeinbefinden: Sie fressen weniger, sind teilnahmslos und bewegen sich weniger . Die Milchleistung geht runter, und die Lämmer wachsen schlecht oder kümmern .
    • Parasiten: Weicher Kot oder Durchfall, das Fell ist struppig. Bei Haemonchus contortus können die Schleimhäute blass sein (Anämie) .
    • Mängel: Bei Selen/Vitamin E-Mangel kann’s zu Muskelschwäche und Steifigkeit kommen . Generell wirken die Tiere nicht fit, regenerieren schlecht und das Wollkleid ist von minderer Qualität .

    Die Lösung: Packen wir das Problem an!

    Klar ist: Ich bin kein Tierarzt. Aber ich kann dir sagen, wie du Hilfe zur Selbsthilfe leisten und die richtigen Schritte einleiten kannst. Der erste und wichtigste Impuls ist immer: Genaue Beobachtung und gezielte Diagnostik!

    1. Tierärztliche Diagnostik – Dein erster Schritt zum Fachmann:

      • Körperkondition bewerten und Wiegen: Regelmäßig den Body Condition Score (BCS) prüfen und die Tiere wiegen . So siehst du, wer wirklich abbaut und kannst Korrekturfütterungen einleiten .
      • Kotuntersuchungen (Eizahlbestimmung) nehmen: Schick Kotproben ans Labor! Das ist das A und O, um Magen-Darm-Würmer und Kokzidien zu erkennen . Entwurmung nur nach Befund, sonst züchten wir Resistenzen !
      • Blutproben ziehen lassen: Bei Verdacht auf Mangel musst du wissen, welcher! Dein Tierarzt kann Blutproben nehmen und auf Selen, Kupfer, Kobalt und gegebenenfalls weitere Mineralien/Vitamine testen lassen . Auch Maul, Zähne, Euter und chronische Infektionen gehören bei abmagernden Tieren beurteilt .
    2. Angepasste Fütterung – Der Motor muss laufen:

      • Separate Fütterung: Mutterschafe mit Zwillingen haben einen deutlich höheren Energiebedarf als Einlingsmütter . Halt sie getrennt und füttere sie bedarfsgerecht nach Lammzahl und Leistungsstadium!
      • Bedarfsgerecht heißt: Genug Energie und Eiweiß. Berücksichtige die Lebendmasse und das Trächtigkeits-/Laktationsstadium .
      • Langsam anweiden: Der Übergang von Stallfutter auf frisches Gras im Frühjahr ist eine Umstellung. Gib den Schafen ausreichend Rohfaser (Heu/Stroh) vor oder nach dem Weidegang, das hilft dem Pansen und verhindert Verdauungsstörungen .
    3. Parasitenkontrolle – Mach den Würmern das Leben schwer:

      • Strategische Entwurmung: Wenn die Kotprobe positiv ist, entwurme deine Mutterschafe gezielt vor dem Weideaustrieb . Bei Bedarf Wiederholung nach Kotuntersuchung .
      • Weidemanagement: Wechsel die Weiden regelmäßig und lass sie auch mal ruhen. Das Weidemanagement kann helfen, die Parasitenbelastung zu reduzieren .
      • Kein Blindflug: Bitte, entwurme nicht einfach so „auf Verdacht“! Das fördert Resistenzen und dann wirken die Mittel irgendwann nicht mehr .
    4. Ausgleich von Mineral- und Spurenelementmängeln – Bausteine richtig ergänzen:

      • Gezielte Behandlung: Wenn der Tierarzt einen Mangel, zum Beispiel an Selen/Vitamin E, festgestellt hat, dann muss das gezielt behandelt werden, oft mit Injektionen und konsequenter Gabe selenhaltiger Mineralfutter. Verlaufskontrollen über Blutproben sind wichtig .
      • Bedarfsorientierte Versorgung: Denk an Leckmassen, Mineralfutter oder Boli. Die Mineralstoffversorgung sollte immer an die regionalen Boden- und Futtergehalte angepasst sein .
    5. Bestandsmanagement / Prophylaxe – Die beste Vorsorge:

      • Regelmäßige Kontrolle: Behalte den BCS und das Gewicht deiner Mütter im Auge, insbesondere im Spätwinter und Frühjahr. Korrigier die Fütterung, sobald du merkst, dass sie abbauen .
      • Erholung: Gib den Mutterschafen genug Zeit und eine gute Körperkondition zwischen den Ablammungen. Das ist wichtig für die Fruchtbarkeit und Leistung .
      • Stall- und Weidehygiene & Wasser: Sauberer Stall, saubere Weide. Minimier Stress und sorg für ausreichend frisches Wasser, besonders wichtig vor und nach dem Austrieb .

    Fazit: Mit wachem Auge und Plan zum Erfolg

    Das „Abbauen“ von Mutterschafen im Frühjahr ist ein komplexes Thema, aber kein Hexenwerk, wenn man die Ursachen kennt und gezielt handelt. Du bist der Kapitän auf deinem Hof und hast die besten Chancen, das frühzeitig zu erkennen. Mit wachem Auge, den richtigen Diagnosen vom Tierarzt und einer konsequenten Anpassung von Fütterung und Management, kriegst du deine Mütter wieder fit. Es geht darum, die Tiere genau zu beobachten, die richtigen Fragen zu stellen und dann die Impulse umzusetzen. So bleiben deine Herde gesund und produktiv!

    Packen wir’s an!
    Dein Marco, der Knochenbrecher.

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    Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei ernsthaften Beschwerden oder Unsicherheiten bitte immer einen Tierarzt aufsuchen.

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  • Mauke Pferd behandeln

    Mauke Pferd behandeln

    Mauke Pferd behandeln

    Mauke Pferd behandeln ist ein wichtiges Thema für Tierbesitzer. Mauke Pferd behandeln
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    Mauke beim Pferd – Wenn die Fesseln brennen wie ’ne Nordsee-Brandung

    Moin!
    Hier ist Marco, der Knochenbrecher aus Ostfriesland. Heute geht’s um Mauke – dieses fiese Ekzem, das unseren Pferden die Fesseln zerfrisst wie ’n Sturm die Deiche. Ich kenn das Problem: Mein Friesenwallach hatte mal ’ne Phase, da sah seine Fesselbeuge aus, als hätte jemand mit ’m Schleifpapier drübergegangen. Und glaub mir, das juckt nicht nur – das brennt wie Hölle.


    Das Problem: Warum kriegt mein Pferd Mauke?

    Mauke Pferd behandeln

    Mauke ist kein Zufall, sondern ’n Warnsignal. Die Haut in der Fesselbeuge ist dünn, ständig nass (Matsch, Regen, Schweiß) und voller Bakterien, Pilze oder Milben. Wenn dann noch Faktoren wie Fesselbehang (ja, ihr Friesen- und Tinker-Besitzer, ich seh euch!), Nährstoffmangel (Zink, Mangan) oder schlechte Haltung (Dauer-Matsch, dreckige Einstreu) dazukommen, ist das wie ’n offenes Buffet für Keime.

    Die Stadien – von „Ach, nur ’n bisschen schuppig“ bis „Heilige Scheiße, das blutet!“
    1. Stadium 1 (trockene Mauke): Schuppige Haut, juckt wie verrückt. Dein Pferd stampft mit den Hufen oder scheuert sich die Beine wund.
    2. Stadium 2 (nässende Mauke): Jetzt wird’s eklig. Die Haut ist rot, nässt, bildet Krusten – und stinkt manchmal wie ’n alter Fischkutter.
    3. Fortgeschritten: Die Haut wird dick wie Leder, es bilden sich Falten, und im schlimmsten Fall kriegt dein Pferd chronisches Lymphödem (CPL) – dann wird’s richtig hart.

    Wer ist besonders gefährdet?
    Kaltblüter & schwere Rassen (Friesen, Tinker, Shires – ihr wisst, warum)
    Pferde mit hellem Fell (weniger Pigment = anfälliger)
    Pferde mit Fesselbehang (Matsch und Feuchtigkeit bleiben hängen wie ’n nasser Lappen)
    Pferde mit Zinkmangel (Zink ist wie ’n Schutzschild für die Haut)


    Die Lösung: Mauke bekämpfen – aber richtig!

    Hier kommt mein 3-Punkte-Plan, damit dein Pferd wieder gesunde Fesseln kriegt. Wichtig: Das ist kein Tierarzt-Ersatz, aber Hilfe zur Selbsthilfe!

    1. Ursache killen – Haltung & Hygiene

    • Matsch ade! Kein Pferd sollte im Dauer-Schlamm stehen. Wenn dein Paddock aussieht wie ’n Sumpf, mach was dagegen:
    • Drainage (Sand, Kies, Gummimatten)
    • Tägliches Abspritzen (aber nicht mit kaltem Wasser – das reizt die Haut noch mehr!)
    • Fesselbehang kürzen (ja, auch wenn’s wehtut – weniger Haare = weniger Feuchtigkeitsfalle)
    • Stallhygiene: Mist raus, frische Einstreu rein. Kein Ammoniak-Gestank – das reizt die Haut zusätzlich.

    2. Lokale Behandlung – Reinigen & Desinfizieren

    • Krusten entfernen – aber sanft!
    • Weiche die Krusten mit lauwarmem Wasser oder Kamillentee ein (nicht abreißen, sonst blutet’s!).
    • Danach trockentupfen (kein Rubbeln!).
    • Desinfizieren:
    • Calendula-Tinktur (wirkt entzündungshemmend)
    • Zinksalbe (schützt die Haut, aber nicht bei nässender Mauke!)
    • Bei Bakterien: Octenisept oder Betaisodona (aber nicht dauerhaft – Resistenzen drohen!)
    • Bei Pilzen: Teebaumöl (verdünnt!) oder antimykotische Salben (z. B. Canesten)
    • Keine Hausmittel-Märchen!
    • Kein Melkfett (verschlimmert alles!)
    • Kein Babyöl (verstopft die Poren)
    • Kein Alkohol (brennt wie Feuer!)

    3. Systemisch unterstützen – Fütterung & Immunsystem

    • Zink & Mangan checken!
    • Blutbild machen lassen (Zinkmangel ist oft der Auslöser).
    • Zink supplementieren (z. B. Zinkchelat oder Bierhefe).
    • Leber entlasten (Mariendistel, Artischocke – die Leber ist der Filter, und wenn die spinnt, spinnt die Haut mit).
    • Immunsystem stärken:
    • Omega-3-Fettsäuren (Leinöl, Fischöl)
    • Probiotika (gesunder Darm = gesunde Haut)
    • Bei CPL (chronisches Lymphödem):
    • Fütterungsumstellung (weniger Eiweiß, mehr Selen, Vitamin E)
    • Bewegung (Lymphfluss anregen – aber kein Dauerstress!)

    Wann zum Tierarzt?

    • Wenn die Mauke nicht besser wird nach 1–2 Wochen.
    • Wenn dein Pferd Fieber hat oder lahmt (könnte auf ’ne tiefe Infektion hindeuten).
    • Wenn du offene Wunden oder starke Schwellungen siehst.
    • Wenn du Milben vermutest (dann brauchst du spezielle Mittel wie Ivermectin).

    Fazit: Mauke ist kein Todesurteil – aber ’ne Warnung!

    Mauke ist wie ’n Warnblinker: Dein Pferd sagt dir, dass irgendwas nicht stimmt. Ob’s die Haltung, die Fütterung oder ’ne versteckte Infektion ist – du musst der Sache auf den Grund gehen.

    Mein Rat an dich:
    1. Haltung checken (kein Matsch, saubere Einstreu).
    2. Fesselbehang kürzen (ja, auch wenn’s wehtut).
    3. Lokal behandeln (sanft reinigen, desinfizieren, schützen).
    4. Fütterung anpassen (Zink, Leber, Immunsystem).
    5. Nicht aufgeben! Mauke kann hartnäckig sein, aber mit Geduld kriegst du das in den Griff.

    Und denk dran: Ein gesundes Pferd hat keine Mauke. Wenn’s doch passiert, ist das kein Weltuntergang – aber ’n Weckruf. Also: Ärmel hochkrempeln, durchhalten und deinem Pferd die Fesseln retten!

    Bis zum nächsten Mal – und pass auf, dass dein Pferd nicht im Matsch versinkt!
    Marco, der Knochenbrecher 🐴💪

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    Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei ernsthaften Beschwerden oder Unsicherheiten bitte immer einen Tierarzt aufsuchen.

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  • Kuh Klauenprobleme matschig Frühjahr

    Kuh Klauenprobleme matschig Frühjahr

    Kuh Klauenprobleme matschig Frühjahr

    Kuh Klauenprobleme Frühjahr ist ein wichtiges Thema für Tierbesitzer. Klauenalarm im Matsch – So hältst du deine Kühe im Frühjahr auf Trab!

    Moin!

    Kuh Klauenprobleme Frühjahr

    Na, du kennst das sicher: Der Frühling kommt, die Temperaturen steigen, und auf den Wegen und Ausläufen wird’s matschig. Was für uns Menschen nur eine Unannehmlichkeit ist, wird für unsere Kühe schnell zum echten Problem. Im matschigen Frühjahr entwickeln sie nämlich besonders häufig Klauenprobleme. Warum? Ganz einfach: Die Feuchtigkeit und der Kot weichen das Horn auf, schädigen die Haut am Ballen und sind ein gefundenes Fressen für allerlei Erreger. Und mal ehrlich, eine lahme Kuh braucht kein Mensch – die frisst schlechter, gibt weniger Milch und hat auch sonst keinen Spaß. Über 90 Prozent aller Lahmheiten bei Milchkühen gehen auf solche Klauenläsionen zurück. Da müssen wir ran!

    Typisch in dieser nassen Zeit sind gleich mehrere Übeltäter:

    Dermatitis digitalis, auch bekannt als „Mortellaro“ oder Erdbeerkrankheit. Da siehst du rote, granulierende und oft sehr schmerzhafte Stellen am Ballen oder Fesselbereich. Die Kühe lahmen stark und legen sich viel hin. Die Ursache? Feuchte, kotverschmierte Laufgänge, mangelnde Klauenhygiene und manchmal auch überfüllte Ställe.
    Ballenfäule, das ist eine Art Fäulnisprozess zwischen den Klauen. Das Horn im Ballenbereich wird weich, riecht übel und sieht faulig-schwarz aus. Die Kühe haben Schmerzen, wenn die Klauen zusammengepresst werden. Auch hier sind dauerfeuchte und verschmutzte Laufflächen der Risikofaktor Nummer eins.
    Sohlengeschwüre, weiße-Linie-Defekte oder Abszesse. Die entstehen, wenn das Horn durch den Matsch weich wird, die Hornqualität generell nicht top ist und die Klauen zu lang sind, was zu einer ungleichmäßigen Gewichtsverteilung führt. Auch lange Wege auf harten Böden können das fördern. Die Lahmheit kommt oft schleichend und wird dann deutlich sichtbar.
    ✅ Auch die Klauenrehe kann sich im Frühjahr verschlimmern. Das liegt oft an Fütterungsfehlern wie schnellen Futterumstellungen, zu viel Kraftfutter oder Mykotoxinen, aber auch Stress rund um die Geburt. Die Kühe laufen staksig, und es sind oft mehrere Klauen betroffen. Später können daraus auch Sohlengeschwüre entstehen.

    Egal, was es ist, die Anzeichen sind meistens ähnlich: Deine Kuh läuft anders, macht kürzere Schritte, entlastet eine Klaue, macht einen „Katzenbuckel“ oder liegt viel. Sie hat offensichtlich Schmerzen, wenn du die Klaue anfasst. Und das Ende vom Lied ist immer das Gleiche: Weniger Futteraufnahme, weniger Milch, schlechtere Fruchtbarkeit. Das will keiner!

    Was können wir tun? Hilfe zur Selbsthilfe und ein paar Impulse vom „Knochenbrecher“!

    Der Grundsatz ist immer der gleiche: Frühzeitig handeln und nicht nur das einzelne Tier behandeln, sondern auch den Stall und das Umfeld in den Blick nehmen.

    1. Wenn’s schon brennt – die Einzeltier-Hilfe (nach Diagnose an der Klaue!):

      • Funktionelle Klauenpflege: Das ist das A und O! Lass die Klauen fachgerecht ausschneiden. Das hilft, Defekte wie Sohlengeschwüre freizulegen und Abszesse zu drainieren. Bei schmerzhaften Läsionen kann ein Entlastungsblock auf die gesunde Partnerklaue Wunder wirken.
      • Infektiöse Läsionen (Mortellaro, Ballenfäule): Die Stelle muss sauber und trocken sein. Danach kann eine lokale Antibiotika-Salbe oder ein Spray, nach tierärztlicher Anordnung, helfen. Bei tiefen Läsionen kommt ein Verband drauf. Systemische Antibiotika gibt’s nur vom Tierarzt bei schwereren Fällen.
      • Schmerzen lindern: Dein Tierarzt kann dir nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAID) geben. Das reduziert Schmerz und Entzündung, und die Kuh frisst wieder besser.
      • Begleitmaßnahmen: Sorg für eine weiche, trockene Liegefläche und saubere Stand- und Laufwege. Halte die Wege zu Futter und Tränke kurz, damit die Kuh sich während der Heilung schonen kann.
    2. Damit es gar nicht erst soweit kommt – Bestands- und Umweltmaßnahmen:

      • Laufflächen und Ausläufe: Drainiere oder befestige matschige Außenflächen. Vermeide Pfützen und Tiefmatsch vor den Stalleingängen und Tränken. Im Stall muss es trocken und sauber sein – eine funktionierende Entmistung ist Gold wert! Keine stehende Gülle, bitte.
      • Hygiene- und Klauenbäder: Bei hohem Infektionsdruck, besonders bei Mortellaro, sind regelmäßige Klauenbäder mit Desinfektionslösungen, nach tierärztlicher Beratung, sehr sinnvoll. Die Stallhygiene muss top sein: mehrmals täglich Kot entfernen und trockene Einstreu. Das minimiert die Dauerfeuchte an Klaue und Ballen.
      • Regelmäßige funktionelle Klauenpflege: Lass deine Kühe 2-3 Mal im Jahr fachgerecht ausschneiden. So verhinderst du Überlängen, Fehlbelastungen und erkennst beginnende Läsionen frühzeitig, bevor die Kuh überhaupt lahmt.
      • Fütterungsmanagement: Gerade im Frühjahr ist das wichtig! Stell deine Kühe langsam auf frisches Gras oder andere neue Futtermittel um, um Pansenazidose und Klauenrehe zu vermeiden. Achte auf ausreichend Raufutter, kontrolliere Kraftfuttergaben und checke auf Mykotoxine. Eine ausgewogene Mineral- und Spurenelementversorgung (wie Biotin und Zink) ist entscheidend für die Hornqualität.
      • Management & Tierselektion: Vermeide Überbelegung und lange Wartezeiten vor dem Melkstand. Auch lange Laufwege auf kaputten Böden sind Gift für die Klauen. Überwach die Lahmheit deiner Tiere (Lahmheits-Scores) und achte bei Zuchtentscheidungen auf gute Klauengesundheit.

    Fazit:

    Das Frühjahr ist eine Herausforderung für die Klauengesundheit, aber kein Grund zum Verzweifeln. Mit einer guten Mischung aus vorausschauendem Management, strenger Hygiene und frühzeitiger, gezielter Behandlung – und immer in enger Absprache mit deinem Tierarzt und Klauenpfleger – kriegst du das in den Griff. Denk dran: Eine gesunde Klaue ist der Motor deiner Kuh!

    Wenn du magst, packe ich dir beim nächsten Mal gerne eine kurze Checkliste für dein „Frühjahrs-Klauenmanagement bei Matsch“ zusammen. Da hast du dann alles auf einen Blick. Was meinst du?
    – Marco „Knochenbrecher“ Tjaden

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  • Kalb Husten kalter Stall

    Kalb Husten kalter Stall

    Kalb Husten kalter Stall

    Husten beim Kalb im kalten Stall? Packen wir’s an!

    Kalb hustet kalter Stall ist ein wichtiges Thema für Tierbesitzer. Moin,

    wenn dein Kalb hustet und der Stall kalt ist, dann klingeln bei mir gleich die Alarmglocken. Das ist nämlich so ein klassischer Fall, der uns in Ostfriesland immer wieder begegnet, und da kann ganz schnell die „Rindergrippe“, also die enzootische Bronchopneumonie, draus werden. Kurz gesagt: Die Atemwege sind dicht, und das kommt oft, wenn die kleinen Racker nicht nur mit Erregern zu kämpfen haben, sondern auch das Stallklima nicht passt. Sprich: Es ist kalt, zieht, feucht und die Luft ist einfach schlecht.

    Kalb hustet kalter Stall

    Wat is das Problem? Dein Kalb hustet und schnieft!

    Klar, Husten ist erstmal ein Symptom, kein Tierarzt muss dir das sagen. Aber in Kombination mit einem kalten, zugigen Stall ist das ein klares Risikoprofil. Feldstudien und jede Menge Erfahrung zeigen: Kälte, Zugluft, hohe Luftfeuchtigkeit und schlechte Luftführung sind Gift für die Kälber. Dazu kommen noch hohe Belegdichte, miese Stallhygiene, Stress beim Transport oder Umstallen und eine schlechte Biestmilchversorgung – alles Dinge, die das Immunsystem runterfahren.

    Gerade im Winter und in den Übergangszeiten, wenn es kalt und feucht wird, schlägt die Kälbergrippe gern zu. Viele denken ja, ein warmer Stall ist immer gut. Aber falsch gedacht! Wenn die Luft in einem Warmstall nicht ordentlich zirkuliert und voller Keime ist, sind die Kälber oft anfälliger als in einem gut geplanten Außenklimastall oder Einzeliglu mit viel Frischluft. Aber auch hier gilt: Die kleinen müssen trocken und dick eingestreut liegen, damit sie sich wohlfühlen. Kalte, feuchte Ecken oder direkt an der Außenwand angebunden, das erhöht das Risiko für Atemwegserkrankungen deutlich. Die optimale Temperatur für junge Kälber liegt eigentlich bei 15-25 °C, aber mit passender Einstreu und Fütterung können sie sich auch an kältere Bedingungen anpassen.

    Worauf du achten musst, wenn dein Kalb hustet:

    • Husten ist klar, kann trocken oder feucht sein.
    • Nasenausfluss, von wässrig bis richtig schleimig-eitrig.
    • Atemfrequenz erhöht, manchmal richtig angestrengt oder geräuschvoll.
    • Fieber (alles über 39,5 °C ist zu viel).
    • Manchmal strecken sie den Kopf-Hals-Bereich oder pumpen mit den Flanken, wenn sie Atemnot haben.
    • Allgemein geht’s ihnen nicht gut: Sie sind matt, saufen oder fressen weniger und nehmen schlechter zu.

    Hören wir uns doch mal die Lunge an, wenn wir nur könnten! Aber dafür sind die Tierärzte da. Husten alleine kann vieles sein, deshalb ist es wichtig, dass der Profi da draufschaut und auch Parasiten oder andere Infektionen ausschließt.

    Was du jetzt tun kannst – Hilfe zur Selbsthilfe!

    Als Knochenbrecher gebe ich dir keine Medikamente, dafür ist der Tierarzt zuständig. Aber ich kann dir sagen, wie du die besten Voraussetzungen schaffst, damit die Medizin auch wirkt und es deinem Kalb schnell besser geht. Denn ohne deine Mithilfe bei den Haltungsbedingungen ist der Rückfall fast vorprogrammiert!

    1. Ruf sofort deinen Tierarzt an! Das ist das Allerwichtigste. Er muss das Kalb untersuchen, Fieber messen, die Lunge abhören und den Schweregrad beurteilen. Er wird dann entscheiden, ob Antibiotika, Entzündungshemmer oder andere Mittel nötig sind.
    2. Raus aus der Zugluft, rein in die Gemütlichkeit: Bis der Tierarzt da ist, bring dein hustendes Kalb in eine zugfreie, aber gut belüftete Bucht. Und jetzt kommt der Knackpunkt: Einstreu, Einstreu, Einstreu! Eine dicke, trockene Strohmatratze ist das A und O. Das Kalb soll sich richtig reinlegen können, wie in ein Nest. Stell dir vor, du liegst auf ’ner kalten Steinplatte – das ist auch nix für dich!
    3. Energie und Flüssigkeit: Stell sicher, dass dein Kalb genug Milch oder Tränke bekommt, dazu frisches Wasser. Wenn sie Fieber haben und nicht fressen wollen, brauchen sie extra Unterstützung.
    4. Kontrolle ist besser: Beobachte auch die anderen Kälber im Stall. Hat noch jemand Husten, Fieber oder Nasenausfluss? Frühzeitig handeln kann Schlimmeres verhindern.

    Und für die Zukunft – damit es gar nicht erst so weit kommt:

    • Stallklima im Griff: Reduziere Zugluft und Feuchtigkeit, aber sorge gleichzeitig für ordentlich Frischluft. Keine stehende, verbrauchte Luft, aber auch keine kalten Windzüge direkt auf die Tiere!
    • Trockene Liegeflächen: Das habe ich schon gesagt, kann man aber nicht oft genug betonen. Trockenes, dickes Stroh hilft den Kälbern, ihre Körpertemperatur zu halten.
    • Kalte Ecken meiden: Kälber haben nichts an kalten, feuchten Außenwänden oder auf kalten Betonböden ohne ordentliche Einstreu verloren.
    • Weniger ist mehr: Senk die Bestandsdichte. „Crowding“, also zu viele Kälber auf zu engem Raum, erhöht den Infektionsdruck enorm. Trenn Gruppen nach Alter und Gesundheitsstatus.
    • Hygiene, Hygiene, Hygiene: Regelmäßig entmisten, trockene Liegeflächen, Tränke und Futter sauber halten. Das reduziert die Keimbelastung.
    • Biestmilch ist Gold wert: Eine gute Biestmilchversorgung in den ersten Stunden nach der Geburt ist entscheidend für das Immunsystem. Menge, Qualität und der Zeitpunkt der Verabreichung müssen passen.
    • Stress runterfahren: Jede Umstallung, jeder Transport, jedes Mischen fremder Herkunft ist Stress. Minimier das, wo es geht.

    Wenn dein Tierarzt Medikamente gibt, dann ist das nur ein Teil der Lösung. Ohne dass du das Drumherum in den Griff kriegst, kommt das Problem immer wieder. Im Zweifel kann dein Tierarzt auch einen Managementplan für deinen Bestand aufstellen oder über Impfungen sprechen, falls das Problem immer wieder auftaucht.

    Du siehst, du bist nicht hilflos. Du hast eine Menge in der Hand, um deinen Kälbern zu helfen und sie gesund zu halten. Pack es an!

    Dein Marco Tjaden, der Knochenbrecher aus Ostfriesland.

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  • Jungvieh hustet im kalten Offenfrontstall

    Jungvieh hustet im kalten Offenfrontstall

    Jungvieh hustet im kalten Offenfrontstall

    Husten im Jungviehstall: So kriegst du’s in den Griff!

    Jungvieh hustet Offenfrontstall ist ein wichtiges Thema für Tierbesitzer. Moin, liebe Leute!

    Wenn dein Jungvieh im kalten Offenfrontstall am Husten ist, dann ist das kein Pappenstiel, das sag ich dir. Da ist mehr im Busch als nur ein bisschen kalter Wind. Wir reden hier mit hoher Wahrscheinlichkeit von Erkrankungen des Atemtrakts, oft als Rindergrippe bekannt, und meistens stecken da auch noch Haltungs- und Klima-Probleme mit drin. Das ist ’ne echte Faktorenkrankheit: Da spielt nicht nur ein Keimchen mit, sondern ein ganzes Orchester aus Viren, Bakterien, Mykoplasmen UND äußeren Umständen wie Stallklima, Besatzdichte, Fütterung und Stress.

    Jungvieh hustet Offenfrontstall

    Denk mal drüber nach: Das sind unsere jungen Tiere, die sind noch nicht so weit. Ihre Abwehrmechanismen sind unreif, die mütterlichen Antikörper bauen sich in den ersten acht Wochen ab, und die eigene Immunität ist noch im Aufbau. Perfektes Rezept für Ärger, wenn dann noch Stressfaktoren dazukommen: Umstallen, Mischen mit fremden Tieren, Transport, Futterumstellungen, zu viele Tiere auf zu engem Raum, schlechtes Stallklima mit Zugluft, hoher Feuchte, Ammoniak oder Staub und zu wenig trockene Liegeflächen. Das alles schwächt das Immunsystem und macht die Tür für Krankheiten weit auf.

    Und wie äußert sich das? Nicht nur mit Husten, obwohl der auffällig ist – gerade bei Belastung, später auch in Ruhe. Achte auch auf Nasenfluss (erst klar, dann schleimig-eitrig), tränende Augen, erhöhte Atemfrequenz, angestrengtes Atmen, Fieber (über 39,5 °C ist verdächtig!), Fressunlust, Konditionsverlust und dass die Tiere apathisch rumliegen, oft am Rand der Gruppe. Wenn du da nicht frühzeitig reagierst, hat das Folgen: geringere Tageszunahmen, längere Mastphasen, schlechtere Schlachtleistungen und später vielleicht sogar weniger Milch. Das ist kein Spaß, weder für die Tiere noch für deinen Geldbeutel.

    Was ist also zu tun, um den Hustenhammer abzuwenden?

    Ich bin kein Tierarzt, aber ich geb dir hier ein paar handfeste Impulse zur Selbsthilfe und wo du den Fachmann unbedingt brauchst. Es geht um eine Kombination aus Haltungsoptimierung, Gruppenkorrektur, gezielter Medikamentengabe (durch deinen Tierarzt!) und einer klugen Impfstrategie.

    1. Erstmal die Fakten auf den Tisch (Deine Hausaufgaben für den Tierarzt):

    Wenn du Husten im Stall hast, ist eine systematische Diagnostik das A und O. Dein Tierarzt wird Einzeltiere und die ganze Gruppe untersuchen: Lunge abhören, Fieber messen, Schleimhäute checken und so weiter. Er braucht vielleicht auch Nasen- oder Trachealtupfer oder Blutproben, um die genauen Erreger zu finden.

    Aber du kannst schon vorher die Ärmel hochkrempeln:

    • Deinen Stall durchleuchten: Im Offenfrontstall ist das Klima oft eine Achillesferse. Gibt es Zugluft im Liegebereich? Wie sieht’s mit Temperatur- und Feuchteschwankungen aus? Sind Windschutznetze oder Vorhänge beschädigt oder falsch eingestellt? Ist die Luftführung wirklich optimal? Wie hoch sind Staub- und Ammoniakbelastung? Und ganz wichtig: Ist die Besatzdichte okay? Wie ist die Gruppenstruktur? Und die Einstreuqualität – ist die trocken und gemütlich oder feucht und kalt?
    • Dein Management unter die Lupe nehmen: Wie gut ist dein Kolostrum-Management? Bekommen die Kälber genug von der wertvollen Erstmilch, und das schnell genug? Wie ist es mit Tränkemenge und -temperatur? Passen die Rationen? Wie ist dein Umstallungsrhythmus, und wie gehst du mit Zukaufstieren um? Wie steht’s um den Impfstatus der Herde? Jedes Detail zählt.

    2. Was der Tierarzt macht (Akutbehandlung):

    Wenn du den Tierarzt rufst, ist schnelles Handeln wichtig, um Lungenschäden zu vermeiden. Er wird (nach seiner Diagnose) entscheiden, ob Antibiotika notwendig sind – die helfen nur bei bakterieller Beteiligung und müssen passend zum Erreger gewählt werden. Dazu kommen oft Entzündungshemmer, die Fieber senken und das Allgemeinbefinden verbessern. Und ganz klar: Die Tiere brauchen Ruhe, ausreichend Wasser und Futter.
    WICHTIG: Die konkrete Mittelwahl, Dosierung und Dauer der Behandlung legt IMMER dein Tierarzt fest! Ich geb dir nur den Hinweis, worauf er achten muss.

    3. Was du selber machen kannst (Haltungs- und Klimamaßnahmen):

    Hier kannst du richtig was bewegen!

    • Zugluft ist dein Feind, aber frische Luft dein Freund: Achte darauf, dass kein direkter, kalter Luftstrom in den Liegebereich kommt. Stell Windschutznetze oder Vorhänge so ein, dass es gemütlich bleibt, aber die Luft trotzdem zirkulieren kann und nicht steht.
    • Trocken und warm ist das A und O: Sorge für ausreichend Einstreu, die trocken und sauber ist. Nasse Einstreu ist ein Keimherd und kühlt die Tiere aus.
    • Weniger ist manchmal mehr: Überbelegung im Stall erhöht den Erregerdruck, die Feuchtigkeit und die Schadgase. Pass die Tierdichte an.
    • Saubere Luft zum Atmen: Reduziere Staub- und Ammoniakbelastung. Achte beim Füttern und Einstreuen darauf, dass wenig Staub aufgewirbelt wird, und optimiere dein Mistmanagement.
    • Homogene Gruppen bilden: Versuche, Alters- und Herkunfts-homogene Gruppen zu halten. All-in-All-out-Systeme sind hier Gold wert. Ständiges Mischen oder Nachstallen von Tieren unterschiedlichen Alters oder Herkunft ist Stress pur und fördert den Erregeraustausch.

    4. Langfristig denken (Prophylaxe & Investition in die Zukunft):

    • Impfen ist keine Glaubensfrage: Sprich mit deinem Tierarzt über Impfprogramme gegen die relevanten Atemwegserreger in deinem Betrieb (BRSV, PI3, IBR, BVD, Mannheimia, Pasteurella). Das muss auf deine Herde und Zukäufe abgestimmt sein.
    • Kolostrum-Management – Lebensversicherung für Kälber: Achte darauf, dass jedes Kalb schnell (in den ersten Lebensstunden!) und ausreichend (mindestens 3-4 Liter) hochwertige Kolostralmilch bekommt. Prüf die Qualität! Das ist der Grundstein für ein starkes Immunsystem.
    • Betriebshygiene: Grundputz muss sein: Reinige und desinfiziere Kälberboxen, Iglus und Jungviehbereiche regelmäßig zwischen den Belegungen. Trenne Altersgruppen und halte Zukaufstiere separat in Quarantäne.
    • Immer ein Auge auf die Tiere haben: Mach regelmäßiges Monitoring. Beobachte deine Tiere aufmerksam: Wie oft husten sie? Fressen sie normal? Sind sie lebhaft oder apathisch? Führ Fieberkontrollen in Risikophasen durch und dokumentiere Erkrankungen, Behandlungen und Tageszunahmen.

    Fazit:

    Jungvieh, das im kalten Offenfrontstall hustet, ist ein Warnsignal. Es ist komplex, aber kein Hexenwerk, wenn man systematisch rangeht. Du siehst, du kannst viel im Bereich Haltung und Management selbst in die Hand nehmen. Aber Hand aufs Herz: Eine betriebsindividuelle tierärztliche Bestandsdiagnostik inklusive eines Stallklima-Checks ist bei so einem Problem unverzichtbar. Hol dir den Fachmann ins Boot, mach deine Hausaufgaben und pack das Problem an der Wurzel. Dann kriegen wir das wieder in den Griff!

    Bleib gesund, du und deine Tiere!
    Dein Marco, der Knochenbrecher aus Ostfriesland.

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    Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei ernsthaften Beschwerden oder Unsicherheiten bitte immer einen Tierarzt aufsuchen.

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  • Hund Zecken entfernen

    Hund Zecken entfernen

    Hund Zecken entfernen

    Hund Zecken entfernen ist ein wichtiges Thema für Tierbesitzer. Hund Zecken entfernen
    Foto von Oscar Sutton auf Unsplash
    Foto von Tonia Kraakman auf Unsplash

    Zecken beim Hund entfernen – so machst du’s richtig!

    Moin!
    Dein Hund hat eine Zecke? Keine Panik – aber auch kein Rumgeeier! Je schneller und sauberer du die Biester rausbekommst, desto geringer ist das Risiko, dass dein Vierbeiner sich was Ernstes einfängt. Borreliose, Anaplasmose oder gar Babesiose – das sind keine Kleinigkeiten. Hier kommt die wissenschaftlich abgesicherte Anleitung, wie du Zecken sicher entfernst, worauf du achten musst und wann du zum Tierarzt solltest.


    Das Problem: Warum Zecken beim Hund gefährlich sind

    Hund Zecken entfernen

    Zecken sind nicht nur eklig, sie können Krankheitserreger übertragen, die deinem Hund richtig zusetzen. Die wichtigsten:

    • Borreliose: Fieber, Lahmheit, geschwollene Gelenke – kann chronisch werden.
    • Anaplasmose: Apathie, Blutungsneigung, Gelenkschmerzen.
    • Babesiose (in manchen Regionen): Hohes Fieber, Schwäche, gelbe Schleimhäute – kann tödlich enden.

    Wichtig: Die meisten Erreger werden erst nach mehreren Stunden übertragen. Heißt: Je schneller du die Zecke rausmachst, desto besser!

    Und nein, du musst nicht gleich in Panik verfallen, wenn du eine findest. Aber du solltest richtig handeln – und das geht so:


    Die Lösung: Zecken richtig entfernen – Schritt für Schritt

    1. Das richtige Werkzeug

    Vergiss Öl, Kleber oder Feuerzeuge – das macht alles nur schlimmer! Nimm stattdessen:
    Zeckenzange (am besten mit spitzer Spitze)
    Zeckenhaken (V-förmig, z. B. von O’Tom)
    Zeckenkarte (praktisch für unterwegs)
    Spitze Pinzette (wenn nichts anderes da ist)

    Warum? Weil diese Werkzeuge die Zecke hautnah greifen und verhindern, dass du ihren Körper quetschst. Quetschen = mehr Speichel = mehr Erreger-Risiko.

    2. Zecke freilegen & greifen

    • Fell scheiteln, damit du die Zecke gut siehst.
    • Werkzeug direkt an der Haut ansetzen – nicht am dicken Hinterleib!
    • Mundwerkzeuge (den „Kopf“) fassen, nicht den Körper.

    3. Rausziehen – aber richtig!

    • Langsam und gleichmäßig ziehen – kein Ruck, kein Zerren!
    • Leicht drehen (links oder rechts, egal) kann helfen, aber nicht wie bei einer Schraube – Zecken haben kein Gewinde!
    • Geduld haben – manchmal braucht es 20–30 Sekunden, bis sie loslässt.

    Wichtig: Wenn du ziehst und die Zecke reißt, nicht aufregen. Meist bleibt nur ein winziges Stückchen zurück, das der Körper selbst abstößt. Aber: Kontrollieren, ob die Einstichstelle sauber ist!

    4. Nach der Entfernung

    • Einstichstelle desinfizieren (z. B. mit Betaisodona oder Octenisept – aber nicht mit Alkohol, der brennt wie Hölle!).
    • Zecke entsorgen – zerdrücken (mit einem Stein oder in Klopapier), in Alkohol legen oder in die Toilette spülen (aber nicht lebendig!).
    • Hund beobachten – wenn er in den nächsten Tagen Fieber, Lahmheit oder Apathie zeigt, ab zum Tierarzt!

    Fazit: Schnell, sauber, sicher – so geht’s!

    Zecken entfernen ist kein Hexenwerk, aber es kommt auf die richtige Technik an. Nicht quetschen, nicht ruckeln, nicht mit Hausmitteln rumdoktern – sonst machst du’s nur schlimmer.

    Merksatz:
    Schnell raus = weniger Erreger-Risiko.
    Hautnah greifen = weniger Quetschgefahr.
    Langsam ziehen = weniger Reste in der Haut.
    Beobachten = früh handeln, wenn was nicht stimmt.

    Und falls du unsicher bist oder die Zecke schon tagelang dranhängt: Ab zum Tierarzt! Lieber einmal zu viel nachfragen als zu wenig.

    Pro-Tipp: Such deinen Hund nach jedem Spaziergang ab – besonders an Ohren, Achseln, zwischen den Zehen und am Bauch. Je früher du die Zecke findest, desto besser!

    Bleib wachsam, aber entspannt – und lass dich nicht von den Biestern kirre machen! 🐕💪

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  • Ferkel mit Wachstumsstörungen im Frühjahr

    Ferkel mit Wachstumsstörungen im Frühjahr

    Ferkel mit Wachstumsstörungen im Frühjahr

    Ferkel Wachstumsstörungen ist ein wichtiges Thema für Tierbesitzer. Ferkel mit Wachstumsstörungen im Frühjahr
    Foto von Wolfgang Hasselmann auf Unsplash

    Ferkel im Frühjahr – Wenn die Kleinen nicht in die Gänge kommen

    Moin!

    Ferkel Wachstumsstörungen

    Kennst du das? Das Frühjahr ist da, die Natur erwacht, aber bei den Ferkeln im Stall tut sich manchmal nicht viel. Besonders die Kleinsten in einem Wurf, die wollen einfach nicht richtig wachsen. Du fragst dich, woran das liegt und was du tun kannst? Keine Sorge, ich hab da ein paar Anregungen für dich, als ergänzende Maßnahme, direkt vom „Knochenbrecher“.

    Das Problem: Warum manche Ferkel ins Hintertreffen geraten

    Die Hauptursache, mein Freund, sind oft die geringen Geburtsgewichte. Wenn ein Ferkel unter 1,2 Kilogramm auf die Welt kommt, hat es von Anfang an einen schweren Stand. Durch die Züchtung auf hochfruchtbare Muttersauen werden die Würfe immer größer und damit auch heterogener – sprich: Da sind einfach mehr kleine, schwächere Tiere dabei. Diese Minis haben weniger Reserven, müssen härter um eine Zitze kämpfen und zeigen dadurch eingeschränktes Wachstum. Das Ergebnis ist eine höhere Anfälligkeit für Krankheiten und leider auch eine höhere Sterblichkeit.

    Im Frühjahr kommt noch etwas Besonderes hinzu: Es gibt Hinweise, dass saisonale Effekte die Vitalität der Ferkel mindern könnten. Einige Forscher vermuten, dass das mit dem Tageslicht (der Photoperiode) und der damit verbundenen Steuerung von Hormonen, wie dem IGF-I, zusammenhängen könnte. Da gibt es sogar Rassenunterschiede.

    Wie erkennst du solche Sorgenkinder?
    * Sie wachsen langsamer und legen in der Säugezeit und Aufzucht weniger Tageszunahmen zu.
    * Das Risiko für Absetzdurchfall steigt.
    * Oft treten Lahmheiten auf, manchmal mit geschwollenen Gelenken.
    * Verletzungen und Schwanzbeißen sind ebenfalls häufiger zu beobachten.
    * Manche dieser Ferkel zeigen Merkmale der sogenannten „Intrauterine Growth Retardation“ (IUGR). Das bedeutet, sie sind bei Geburt kleinwüchsig, haben manchmal unproportionale Körperproportionen (ein verhältnismäßig großer Kopf), nehmen Kolostrum verzögert auf und ihre Darmmikrobiota entwickelt sich schlechter.

    Lösungen zur Selbsthilfe: Wie du die Kleinen unterstützen kannst

    Kein Grund zur Panik! Es gibt ein paar gute Ansätze, wie du den kleinen Kämpfern unter die Arme greifen kannst:

    1. Gezielte Futterergänzung ab Geburt: Studien zeigen, dass eine Ergänzung der Ration mit Synbiotika (das ist eine Mischung aus Probiotika und Präbiotika), Vitaminen und Selen schon ab Geburt wahre Wunder wirken kann. Bei leichten Ferkeln wurde so eine Gewichtszunahme von messbaren Gewichtszunahme erreicht, was über die Säugezeit schnell ein Kilo mehr ausmacht. Auch Absetzdurchfall wird dadurch reduziert. Das stärkt die Kleinen von innen heraus.

    2. Die Säugezeit verlängern: Wenn es machbar ist, lass die Ferkel länger bei der Sau. Eine verlängerte Säugezeit, zum Beispiel 28 Tage statt 21, verbessert die Absetzgewichte enorm und reduziert die Streuung innerhalb des Wurfes. Außerdem nehmen die Ferkel dann besser Beifutter auf, und es zeigt sich eine deutliche Verbesserung der Überlebensrate – das ist doch mal eine Ansage!

    3. Ammensauen nutzen: Hast du eine Ammensau zur Verfügung? Nutz sie! Ferkel, die bei Ammensauen gesäugt werden, zeigen nach dem Absetzen höhere Tageszunahmen. Durch den besseren Zugang zu den Zitzen sinkt auch die Sterblichkeitsrate. Eine tolle Möglichkeit, um die schwächsten Ferkel zu stärken.

    4. Gruppierung mit erfahrenen Ferkeln (mit Vorsicht): Manchmal kann es helfen, die kleinen oder schwächeren Ferkel nach dem Absetzen mit älteren, erfahrenen Ferkeln zu vergesellschaften. Das fördert die Futteraufnahme. Aber Vorsicht: Gerade in der ersten Woche nach dem Absetzen besteht hier ein erhöhtes Durchfallrisiko. Beobachte das genau!

    Fazit: Jeder Kämpfer zählt

    Du siehst, du bist dem nicht hilflos ausgeliefert. Mit ein paar gezielten Maßnahmen kannst du den schwächeren Ferkeln im Frühjahr ordentlich auf die Sprünge helfen. Es geht darum, die besonderen Herausforderungen zu erkennen und proaktiv zu handeln. Ein Ferkel, das gut startet, ist ein Ferkel, das später weniger Probleme macht und besser gedeiht. Denk dran: Jeder Kämpfer, den du durchbringst, zählt!

    Bleib gesund und pack mit an!

    Dein Marco Tjaden, der Knochenbrecher aus Ostfriesland.

    Mein Tipp für deine Stallapotheke

    Gut vorbereitet sein zahlt sich aus: In meiner Stallapotheke findest du die wichtigsten Mittel und Tipps für den Ernstfall.


    Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei ernsthaften Beschwerden oder Unsicherheiten bitte immer einen Tierarzt aufsuchen.

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  • OPC aus Taubenkernmehl für Pferde und Hunde – Was wirklich hilft

    OPC aus Taubenkernmehl für Pferde und Hunde – Was wirklich hilft

    Moin!

    Ich bin Marco Tjaden, Knochenbrecher aus Ostfriesland. Ich behandle Tiere seit Jahren manuell – Pferde, Hunde, alles was vier Beine hat und klemmt. Und ich werde oft gefragt: „Marco, was hältst du von OPC aus Taubenkernmehl? Soll ich das meinem Tier geben?“

    Meine Antwort: Kommt drauf an. Und vor allem: Wie dosierst du?

    Ich verkaufe kein OPC. Ich habe kein Produkt im Sortiment. Ich teile hier meine Erfahrungen aus der Praxis – was funktioniert, was die Studien sagen, und wo du aufpassen musst. Ehrlich, direkt, ohne Marketing-Glibber.

    Was ist OPC überhaupt?

    OPC steht für oligomere Proanthocyanidine. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die vor allem in Traubenkernen vorkommen, aber auch in Apfelkernen, Pinienrinde oder Kakao. OPC gehört zur großen Familie der Flavonoide und wirkt im Körper als Antioxidans.

    Was macht ein Antioxidans? Es fängt freie Radikale ab – also diese aggressiven Sauerstoffverbindungen, die bei Stoffwechselprozessen entstehen und Zellen schädigen können. Zu viele freie Radikale bedeuten oxidativen Stress. Und oxidativer Stress bedeutet: Entzündungen, schnellere Alterung, schlechtere Regeneration.

    Die Forschung zu OPC läuft seit den 1950er-Jahren, vorangetrieben von Prof. Jacques Masquelier in Frankreich. Die meisten Studien sind Humanstudien – aber die pharmakologischen Mechanismen wirken auf zellulärer Ebene. Das heißt: Was beim Menschen funktioniert, gilt oft auch für andere Säugetiere. Hund, Pferd, Mensch – same same, but different.

    Pferde: OPC als Unterstützung für Faszien und Regeneration

    Pferde sind Bewegungstiere. Ihr gesamter Apparat – Muskeln, Sehnen, Bänder, Faszien – ist auf geschmeidige Funktion ausgelegt. Faszien sind die bindegewebigen Hüllen, die jeden Muskel umgeben und den ganzen Körper wie ein Netz durchziehen. Wenn Faszien verkleben, verdichten oder sich entzünden, wird das Pferd steif, unwillig oder zeigt Lahmheiten ohne klaren Befund.

    Genau hier kann OPC unterstützen.

    Faszien-Schutz: Ein plausibler Mechanismus

    Faszien bestehen hauptsächlich aus Kollagen und Elastin – zwei Proteine, die für Stabilität und Elastizität sorgen. Es gibt Enzyme im Körper, die diese Proteine abbauen: Kollagenase und Elastase. Bei chronischer Belastung, Entzündungen oder oxidativem Stress werden diese Enzyme überaktiv – die Faszien verlieren ihre Struktur.

    Die Theorie: OPC könnte Kollagenase und Elastase hemmen. Es würde also wie ein „Wächter“ des Kollagens wirken. Für Pferde mit Faszienverklebungen oder nach manueller Therapie bedeutet das: OPC könnte helfen, die neu gewonnene Beweglichkeit länger zu erhalten.
    Aber: Dieser Mechanismus ist plausibel, aber nicht abschließend bewiesen am lebenden Pferd. In vitro-Studien und Zellkultur-Experimente deuten darauf hin. Mehr nicht. Ich formuliere das hier bewusst vorsichtig – weil ich keine Heilsversprechen mache.

    Antioxidative Wirkung: Gut belegt

    Hier wird die Datenlage solider. OPC zeigt in zahlreichen Studien eine starke antioxidative Wirkung. Es neutralisiert freie Radikale, bevor sie Zellmembranen schädigen können.

    Für Pferde im Training, ältere Tiere oder solche mit chronischen Beschwerden kann das die Regeneration unterstützen. Besonders nach intensiver Arbeit oder manueller Behandlung – also genau dann, wenn der Körper Reparaturprozesse fährt – kann antioxidativer Schutz helfen.

    Entzündungshemmung: Langfristige Unterstützung

    OPC zeigt entzündungshemmende Eigenschaften. Es hemmt die Ausschüttung von Entzündungsbotenstoffen wie TNF-alpha und bestimmten Interleukinen. Wichtig: OPC ist kein Schmerzmittel und ersetzt keine akute Therapie bei Lahmheit oder Verletzung.

    Aber es kann chronische, „schleichende“ Entzündungsprozesse im Bindegewebe mildern – genau die Art von Problemen, die ich als Knochenbrecher oft behandle. Steife Pferde, die „einfach nicht geschmeidig werden“. Da kann OPC ein Baustein sein.

    Synergie mit der Knochenbrecher-Behandlung

    Wenn ich ein Pferd behandle, löse ich Blockaden, mobilisiere Gelenke, bringe die Faszien zum Gleiten. Aber die Behandlung ist nur der „Reset-Knopf“. Was danach kommt, entscheidet über den Langzeiterfolg.

    OPC kann hier ideal unterstützen:

    • Es verbessert das Gewebemilieu durch antioxidativen Schutz
    • Es könnte das neu mobilisierte Bindegewebe vor vorzeitigem Abbau schützen
    • Es unterstützt die Regeneration in den kritischen 48 Stunden nach der Behandlung

    Denk dran: Die Behandlung ist die eine Seite. Die Nachsorge – Bewegung, passende Ausrüstung, Fütterung – ist die andere. OPC kann ein Baustein in diesem Gesamtpaket sein. Kein Wundermittel. Ein Baustein.

    Dosierung für Pferde (studienbasiert)

    Hier gibt es eine konkrete Studie: Davies et al., 2009 untersuchte die Fütterung von Traubenkernextrakt an Rennpferde.

    Ergebnis: Bis 150 mg Traubenkernextrakt pro kg Körpergewicht waren sicher und zeigten positive Effekte auf die Hinterdarm-Fermentation.
    Praktische Empfehlung:

    • 100–150 mg Taubenkernmehl pro kg Körpergewicht täglich
    • Für ein 500 kg Pferd also etwa 50–75 g pro Tag

    Wichtig:

    • Langsam anfüttern (über 1–2 Wochen steigern)
    • Hochwertige Qualität wählen (kaltgepresst, ohne Zusätze)
    • Nicht als Ersatz für tierärztliche Behandlung verstehen

    Hunde: Taubenkernmehl ist SICHER – aber dosiere richtig

    Jetzt kommt der Teil, bei dem ich im Originalartikel falsch lag. Und ich korrigiere das hier offen.

    Die alte Warnung: „Taubenkernmehl ist giftig für Hunde – Finger weg!“
    Die Wahrheit: Taubenkernmehl ist bei richtiger Dosierung NICHT giftig für Hunde.

    Der entscheidende Unterschied: Weinsäure

    Seit 2022/2023 weiß man, was Trauben und Rosinen für Hunde giftig macht: Weinsäure (Tartaric Acid). Diese organische Säure befindet sich hauptsächlich im Fruchtfleisch der Traube. Hunde können Weinsäure schlecht ausscheiden – sie akkumuliert in den Nierentubuluszellen und kann akutes Nierenversagen auslösen.

    Aber: Taubenkernmehl wird aus den Kernen gewonnen, nicht aus dem Fruchtfleisch. Bei der Verarbeitung (Trocknung, Mahlung, Extraktion) wird Weinsäure entfernt oder stark reduziert.
    Cornell University Veterinary Medicine schreibt dazu:
    > „Products such as grape juice, jelly, leaves, grape seed oil and wine have not been associated with toxicosis, likely because processing removes or reduces tartaric acid.“
    Das bedeutet:

    • Ganze Trauben/Rosinen = TOXISCH für Hunde (Weinsäure im Fruchtfleisch)
    • Taubenkernmehl (verarbeitet) = SICHER bei korrekter Dosierung (keine relevante Weinsäure)

    Studien belegen Sicherheit

    Es gibt mehrere Studien zur Sicherheit von Traubenkernextrakt bei Hunden:

    EFSA-Gutachten 2021 prüfte Trockenextrakt aus Traubenkernen als Futterzusatz für Hunde. In den geprüften Studien (Martineau et al., 2016; Fragua et al., 2017) zeigten sich keine unerwünschten klinischen Zeichen bei Dosierungen bis 40 mg/kg Körpergewicht über 24 Wochen.
    Praxis-Empfehlung von Tierärzten und PTA:

    • 1 g Taubenkernmehl pro kg Körpergewicht täglich

    Wichtig: Das bezieht sich auf das Mehl, nicht auf den OPC-Wirkstoff. In 100 g Taubenkernmehl sind etwa 11.000 mg OPC enthalten. Die Dosierung ist also großzügig, aber sicher.
    Beispiele:

    • Kleiner Hund (5 kg): 5 g Taubenkernmehl/Tag
    • Mittlerer Hund (15 kg): 15 g/Tag
    • Großer Hund (30 kg): 30 g/Tag

    Wann du trotzdem aufpassen solltest

    Auch wenn Taubenkernmehl sicher ist – es gibt Situationen, wo Vorsicht gilt:

    • Vorerkrankungen der Niere: Bei Hunden mit bekannten Nierenproblemen solltest du vor der Gabe mit deinem Tierarzt sprechen. Nicht, weil OPC giftig wäre – sondern weil du bei vorgeschädigten Nieren jedes Supplement kritisch prüfen solltest.
    • Welpen und sehr alte Hunde: Hier ist der Stoffwechsel anders. Langsam anfüttern, beobachten.
    • Qualität matters: Kauf kein No-Name-Pulver von zweifelhaften Quellen. Achte auf reine Ware ohne Zusätze, idealerweise aus kontrollierter Produktion.

    Meine Erfahrung aus der Praxis

    Ich empfehle OPC aus Taubenkernmehl inzwischen auch für Hunde – besonders bei:

    • Älteren Hunden mit Gelenkproblemen
    • Hunden nach Operationen oder Verletzungen (Regenerations-Support)
    • Aktiven Hunden (Sport, Agility, Arbeit)

    Die Patienten sind sehr zufrieden. Die Besitzer berichten von besserer Beweglichkeit, schnellerer Erholung nach Belastung. Ist das der Placebo-Effekt? Kann sein. Aber ich sehe auch die Blutwerte, die Gelenkfunktion, die Bewegungsmuster. Und die stimmen.

    Was OPC nicht kann – und was schon

    Ich mache hier keine Heilsversprechen. OPC ist kein Wundermittel. Aber es ist ein sinnvolles Supplement – wenn du es richtig einsetzt.

    OPC kann:

    • Oxidativen Stress reduzieren (gut belegt)
    • Entzündungsprozesse mildern (gut belegt)
    • Die Regeneration nach Belastung unterstützen (plausibel, Praxis bestätigt)
    • Faszien-Gesundheit unterstützen (plausibler Mechanismus)

    OPC kann nicht:

    • Akute Lahmheiten heilen
    • Tierärztliche Behandlung ersetzen
    • Falsche Haltung, Fütterung oder Training ausbügeln

    Denk immer im Gesamtpaket. OPC ist die Kirsche auf dem Kuchen – nicht der Kuchen selbst.

    Fazit: Sinnvoll für beide – wenn du es richtig machst

    OPC aus Taubenkernmehl kann für Pferde und Hunde eine sinnvolle Ergänzung sein. Die Wirkmechanismen sind plausibel, die Sicherheitsdaten bei korrekter Dosierung sind gut.

    Für Pferde: 100–150 mg/kg täglich, studienbasiert. Besonders sinnvoll bei Faszienproblemen, nach manueller Therapie, bei oxidativem Stress.
    Für Hunde: 1 g Taubenkernmehl pro kg Körpergewicht täglich. Sicher bei verarbeiteten Produkten, keine Weinsäure-Problematik.
    Wichtig: Kauf hochwertige Ware, fütter langsam an, und erwarte keine Wunder. OPC unterstützt – es ersetzt nichts.

    Über mich

    Ich bin Marco Tjaden, Knochenbrecher aus Ostfriesland. Ich behandle Tiere manuell – Pferde, Hunde, alles was klemmt. Ich verkaufe keine Produkte. Ich teile, was funktioniert. Wenn du Fragen hast oder einen Termin brauchst: knochenbrecher.de.

    Moin und bis bald,
    Marco „Knochenbrecher“ Tjaden


    🛒 Taubenkernmehl kaufen – meine Empfehlung

    Ich verwende Taubenkernmehl seit Jahren erfolgreich in meiner Praxis. Achte auf kaltgepresstes, reines Produkt ohne Zusätze.

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    Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei ernsthaften Beschwerden oder Unsicherheiten bitte immer einen Tierarzt aufsuchen.

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