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    Hufrehe Symptome erkennen

    Hufrehe Symptome erkennen

    Hufrehe Symptome erkennen ist ein wichtiges Thema für Tierbesitzer. Hufrehe Symptome erkennen
    Foto von Soledad Lorieto auf Unsplash

    Hufrehe erkennen: So handelst du richtig, bevor’s kritisch wird

    Moin!
    Hufrehe ist kein Spaß – und wenn dein Pferd plötzlich lahmt wie ein betrunkener Seemann, solltest du sofort hellhörig werden. Die meisten denken: „Ach, das wird schon wieder.“ Doch während du noch überlegst, frisst sich die Entzündung schon durch die Huflederhaut, und im schlimmsten Fall rotiert das Hufbein. Dann wird’s richtig teuer, schmerzhaft und langwierig. Also: Augen auf, Hufe checken – hier kommt, worauf du achten musst.


    Das Problem: Hufrehe schleichend oder plötzlich – aber immer ein Notfall

    Hufrehe Symptome erkennen

    Hufrehe (Laminitis) ist eine entzündliche Katastrophe im Huf, die die Verbindung zwischen Hufbein und Hornkapsel zerstört. Die Folgen? Hochgradige Schmerzen, Lahmheit, Hufbeinrotation oder -absenkung – und im Extremfall schuht das Pferd aus (ja, das Hufhorn löst sich komplett ab. Grauenhaft.).

    Die fiese Sache: Hufrehe kommt nicht immer mit Pauken und Trompeten. Manchmal fängt’s harmlos an – ein bisschen steifer Gang, Unruhe, ein Pferd, das plötzlich nicht mehr mitmachen will. Und dann, zack, liegt es apathisch in der Box und will nicht mehr aufstehen.

    Die größten Risikofaktoren?
    Fütterungsfehler (zu viel Gras, Kraftfutter, Getreide)
    Stoffwechselprobleme (EMS, Cushing)
    Überlastung (z. B. nach einer Verletzung, wenn das Pferd ein Bein schont)
    Schwere Erkrankungen (Kolik, Gebärmutterentzündung, Vergiftungen)


    Die Lösung: Symptome erkennen – und JETZT handeln

    1. Frühwarnzeichen: „Irgendwas stimmt nicht“

    Dein Pferd ist nicht einfach nur „faul“ oder „stur“. Wenn es plötzlich eines oder mehrere dieser Anzeichen zeigt, handelt es sich um einen Notfall – auch wenn’s noch nicht dramatisch aussieht!

    Widersetzlichkeit beim Hufaufheben – Dein Pferd lehnt sich weg, wenn der Schmied die Hufe kontrollieren will.
    Unruhe in den Beinen – Es setzt die Hufe ständig um, als hätte es Ameisen in den Hufen.
    Taktunreinheit oder steifer Gang – Besonders auf hartem Boden oder in Wendungen.
    Leichte Lahmheit – Vor allem vorne, aber auch hinten möglich.

    → Sofortmaßnahme:
    Futter checken! Kein Gras, kein Kraftfutter, nur zuckerarmes Heu (am besten eingeweicht).
    Hufe kühlen (Eiswasser, Kältepackungen – aber nicht zu lange, sonst Unterkühlung!).
    Tierarzt anrufen – Auch wenn’s „nur“ ein Verdacht ist.


    2. Akute Hufrehe: „Jetzt geht’s richtig los“

    Wenn dein Pferd plötzlich lahmt wie verrückt, sich weigert zu laufen oder sich hinlegt, ist die Hölle los. Typische Anzeichen:

    🚨 Extreme Lahmheit – Das Pferd will nicht mehr auftreten, besonders vorne.
    🚨 Rehestellung („Sägebockhaltung“) – Vorderbeine nach vorne gestreckt, Hinterbeine unter den Bauch gezogen, um die Zehen zu entlasten.
    🚨 Trachtenfußung – Das Pferd belastet nur noch die Fersen, nicht mehr die Zehe.
    🚨 Wendeschmerz – In engen Wendungen wird die Lahmheit schlimmer.
    🚨 Warme bis heiße Hufe – Besonders am Kronrand (da, wo das Fell aufhört).
    🚨 Starker Puls in den Fesselarterien – Wenn du deine Finger seitlich an die Fessel legst, spürst du ein starkes Pochen (normalerweise kaum fühlbar!).
    🚨 Schmerzreaktion bei Hufzangendruck – Wenn der Tierarzt mit der Zange auf die Zehe drückt, zuckt das Pferd zusammen oder reißt das Bein weg.
    🚨 Apathie oder Unruhe – Manche Pferde liegen nur noch rum, andere sind total hibbelig.
    🚨 Fieber oder Kreislaufprobleme – Je nach Ursache (z. B. bei Vergiftungen oder schweren Infektionen).

    → Sofortmaßnahmen (NEBEN dem Tierarzt-Ruf!):
    Boxenruhe! Tief einstreuen (Sägespäne, Sand, Torf), damit das Pferd sich hinlegen kann, ohne sich zu verletzen.
    Hufe kühlenEiswasser oder Kältepackungen (20 Min. kühlen, 20 Min. Pause, wiederholen).
    Kein Futter mehr gebenNUR Wasser und zuckerarmes Heu (wenn überhaupt).
    Schmerzmittel? Nur nach Absprache mit dem Tierarzt! (NSAR wie Phenylbutazon können helfen – aber falsch dosiert gefährlich!)


    3. Chronische Hufrehe: „Wenn der Schaden schon da ist“

    Wenn die akute Phase überstanden ist, aber das Pferd immer wieder lahmt, kann die Hufrehe chronisch werden. Typische Anzeichen:

    🔹 Dauerhafte Lahmheit – Besonders auf hartem Boden oder in Wendungen.
    🔹 Veränderte HufformReheringe (horizontale Rillen im Huf), konkave Zehenwand (die Zehe sieht aus, als wäre sie „eingedrückt“).
    🔹 Hufbeinrotation/-absenkung – Nur im Röntgen sichtbar, aber oft spürbar durch eine abgesunkene Hufkapsel.
    🔹 Kalte Hufe – Bei chronischer Durchblutungsstörung fühlen sich die Hufe manchmal eiskalt an.

    → Langzeitmanagement:
    Regelmäßige Hufpflege – Ein erfahrener Schmied/Huforthopäde muss die Hufe röntgenbasiert bearbeiten.
    Strikte DiätKein Gras, kein Getreide, zuckerarmes Heu (ggf. mit Maulkorb weiden lassen).
    Stoffwechsel checken – Bluttest auf Insulin, Glukose, ACTH (EMS/Cushing?).
    Bewegung kontrollieren – Kein Galoppieren auf hartem Boden, aber sanfte Bewegung (z. B. Spaziergänge im Schritt) ist wichtig.


    Fazit: Hufrehe ist kein Schicksal – aber ein Wettlauf gegen die Zeit

    Hufrehe ist keine Lappalie – sie kann dein Pferd für immer lahm machen oder sogar töten. Aber: Je früher du handelst, desto besser sind die Chancen!

    Deine Checkliste für den Ernstfall:
    Frühwarnzeichen erkennen (Unruhe, Taktfehler, Widersetzlichkeit beim Hufaufheben).
    Bei Verdacht: Futter stoppen, Hufe kühlen, Tierarzt rufen!
    Akute Phase: Boxenruhe, Kühlung, Schmerzmanagement (nur mit TA!).
    Chronische Phase: Röntgen, Hufkorrektur, Diät, Stoffwechsel checken.

    Und denk dran: Vorbeugen ist besser als heilen!
    Kein Übergewicht (dick = Risiko!).
    Kein plötzlicher Futterwechsel (z. B. von Heu auf frisches Gras).
    Regelmäßige Hufpflege (ein guter Schmied sieht Probleme, bevor sie schlimm werden).
    Stoffwechsel im Blick behalten (EMS/Cushing früh behandeln).

    Wenn du nur eine Sache mitnimmst, dann diese:
    Hufrehe ist ein Notfall – auch wenn’s „nur“ ein bisschen lahmt. Handle schnell, handle richtig, und hol dir Hilfe!


    Falls du eine kompakte Checkliste für den Stall brauchst – sag Bescheid, dann mach ich dir eine zum Ausdrucken. Und jetzt: Ab in den Stall und die Hufe checken! 🐴💪

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    Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei ernsthaften Beschwerden oder Unsicherheiten bitte immer einen Tierarzt aufsuchen.

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