Kategorie: Hufgesundheit

  • Hufgeschwür beim Pferd erkennen

    Hufgeschwür beim Pferd erkennen

    Hufgeschwür beim Pferd erkennen

    Hufgeschwür Pferd ist ein wichtiges Thema für Tierbesitzer.  

    **Hufgeschwür beim Pferd: So erkennst du’s und handelst richtig**

    Moin!

    Dein Pferd lahmt plötzlich wie verrückt, will kaum noch auftreten und guckt dich an, als hättest du ihm gerade den letzten Keks geklaut? Dann könnte ein Hufgeschwür dahinterstecken – eine der häufigsten Ursachen für akute Lahmheit. Und glaub mir, das tut nicht nur deinem Pferd weh, sondern auch deinem Geldbeutel, wenn’s nicht schnell behandelt wird. Hier kommt dein Norddeutscher Notfallplan, damit du Bescheid weißt und richtig reagierst.

    **Was zum Geier ist ein Hufgeschwür?**

    Hufgeschwür Pferd

    Ein Hufgeschwür (oder Hufabszess) ist nichts anderes als eine eitrige Entzündung im Huf, genauer gesagt in der Huflederhaut. Stell dir vor, irgendwo im Huf – meist an der Sohle, am Strahl oder in der weißen Linie – dringen Bakterien ein (z. B. durch einen Riss, ein Nagelloch oder eine kleine Verletzung). Die machen sich breit, es bildet sich Eiter, und weil der Huf eine starre Kapsel ist, kann der Druck nirgends hin. Ergebnis: Dein Pferd steht da wie auf glühenden Kohlen und lahmt, als hätte es sich den Huf gebrochen.

    Zwei Hauptursachen:

    1. Bakterien (z. B. durch feuchte, matschige Böden, schlechte Hufpflege oder Fremdkörper wie Steine/Nägel).

    2. Quetschungen/Traumata (z. B. Tritt auf einen Stein, falscher Beschlag, Fehlstellungen).

    Wenn der Abszess nicht behandelt wird, sucht sich der Eiter irgendwann selbst einen Weg – meist nach oben zum Kronrand. Dann bricht er durch, und du hast eine offene Wunde mit Eiter. Nicht schön, aber besser als wenn er sich bis zum Hufbein durchfrisst.

    **Wie erkennst du ein Hufgeschwür? Die 5 Alarmzeichen**

    Dein Pferd zeigt plötzlich eines oder mehrere dieser Symptome? Dann ab in den Huf gucken!

    Hochgradige Lahmheit – Dein Pferd belastet den Huf kaum noch, humpelt stark oder hebt das Bein komplett an.

    Warmer Huf – Im Vergleich zum anderen Huf ist der betroffene deutlich wärmer.

    Starker Puls in der Fessel – Leg deine Finger seitlich an die Fessel (da, wo die Adern laufen). Wenn du einen pulsierenden, harten Schlag spürst, ist das ein Warnsignal.

    Druckschmerz mit der Hufzange – Wenn du vorsichtig mit einer Hufzange auf verschiedene Stellen der Sohle drückst und dein Pferd zurückzuckt oder das Bein wegzieht, hast du den Übeltäter gefunden.

    Schwellung am Bein oder Kronrand – Bei fortgeschrittenen Abszessen kann sich das Bein unterhalb des Fesselgelenks verdicken. Wenn der Eiter schon am Kronrand durchbricht, siehst du eine nässende, eitrige Stelle.

    Achtung: Nicht verwechseln mit Hufrehe (dann sind meist beide Vorderhufe betroffen und das Pferd steht wie auf Eiern) oder einem Nageltritt (dann steckt oft noch der Fremdkörper im Huf).

    **Was tun? Dein 3-Punkte-Notfallplan**

    1. Tierarzt oder Hufschmied anrufen – SOFORT!

    Ein Hufgeschwür ist kein Fall für „Ach, das geht schon von allein“. Wenn du Pech hast, frisst sich der Eiter bis zum Hufbein durch oder infiziert Gelenke. Also: Fachmann ranlassen! Der macht Folgendes:

    • Lokalisiert den Abszess (mit Hufzange, Drucktest, manchmal Röntgen).
    • Öffnet den Abszess vorsichtig, damit der Eiter abfließen kann. Nicht selbst rumstochern! Zu tief geschnitten = mehr Schaden als Nutzen.
    • Verordnet Schmerzmittel (z. B. Phenylbutazon), falls nötig.
    • Gibt Tipps für Verbände (meist feuchte Angussverbände, um den Eiter rauszuziehen).

    2. Huf verbinden – aber richtig!

    Nach dem Öffnen muss der Huf sauber und trocken bleiben, damit keine neuen Bakterien reinwandern. So geht’s:

    • Feuchter Verband (z. B. mit Zugsalbe oder Epsom-Salz-Lösung) hilft, den Abszess „reif“ zu machen, wenn er noch nicht offen ist.
    • Trockener Verband (z. B. mit Wundheilcreme und Hufverband) nach dem Öffnen, um die Stelle zu schützen.
    • Täglich wechseln! Sonst gammelt’s vor sich hin.

    3. Stallhygiene & Nachsorge

    • Huf trocken halten – Matsch und Nässe sind Gift für offene Abszesse.
    • Kein Reiten, bis die Lahmheit komplett weg ist und der Huf verheilt.
    • Hufpflege optimieren – Regelmäßige Kontrolle durch den Schmied, gute Hornqualität (Biotin, Zink, ausgewogene Fütterung).

    **Fazit: Nicht warten, handeln!**

    Ein Hufgeschwür ist kein Hexenwerk, aber es tut höllisch weh und kann richtig gefährlich werden, wenn’s ignoriert wird. Deine Checkliste:

    Plötzliche Lahmheit? → Huf checken!

    Warmer Huf + starker Puls? → Hufzange nehmen und Druckpunkte testen.

    Schmerzreaktion?Tierarzt oder Schmied anrufen!

    Abszess geöffnet? → Verbände wechseln, Huf trocken halten, Geduld haben.

    Und denk dran: Vorbeugen ist besser als behandeln!

    • Regelmäßige Hufpflege (alle 6–8 Wochen Schmied).
    • Saubere, trockene Böden im Stall und auf der Weide.
    • Gute Hornqualität (Fütterung checken, ggf. Ergänzungsfutter).

    Wenn du diese Punkte beachtest, bleibt dein Pferd hoffentlich lahmheitsfrei – und du sparst dir teure Tierarzt-Rechnungen. Und falls doch mal was ist: Nicht panisch werden, sondern strukturiert handeln. So wie wir Norddeutschen das halt machen – ruhig, besonnen und mit dem nötigen Know-how.

    Also: Augen auf, Hufe checken, und wenn’s brennt, Fachmann ran! 🐴🔥

    – Marco „Knochenbrecher“ Tjaden

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    Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei ernsthaften Beschwerden oder Unsicherheiten bitte immer einen Tierarzt aufsuchen.

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