Sauen lahmen nach Ferkelaufzucht im Winter

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Sauen lahmen nach Ferkelaufzucht im Winter

Sauen lahmen Ferkelaufzucht ist ein wichtiges Thema für Tierbesitzer. Sauen lahmen nach Ferkelaufzucht im Winter
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Sauen lahmen nach der Ferkelaufzucht? Winter ist oft der Übeltäter!

Moin!
Du kennst das: Die Ferkel sind abgesetzt, die Sauen müde – und plötzlich humpeln die ersten. Besonders im Winter häufen sich Lahmheiten nach der Säugephase. Kein Zufall, denn Kälte, Zugluft und miese Liegeflächen machen den Tieren richtig zu schaffen. Hier kommt, was du wissen musst – und wie du gegensteuerst.

Sauen lahmen Ferkelaufzucht


Das Problem: Warum lahmt die Sau nach dem Absetzen?

Die Säugephase ist für Sauen Stress pur. Im Winter kommt noch eins drauf:
Kälte und Zugluft setzen den Tieren zu. Frieren die Ferkel, drängeln sie sich an die Sau – die liegt dann stundenlang in unnatürlicher Haltung, bekommt Druckstellen oder Gelenkprobleme.
Schlechte Liegeflächen (zu hart, zu kalt, zu nass) führen zu Schulterverletzungen oder Entzündungen.
Stress durch Temperaturschwankungen erhöht den Kortisolspiegel – das schwächt das Immunsystem und macht die Sauen anfälliger für Lahmheiten.
Bewegungsmangel in engen Ställen verschlimmert die Sache. Sauen, die sich kaum rühren können, bekommen schneller Gelenkprobleme.

Typische Anzeichen:
– Hinken, steifer Gang, Schwellungen an Beinen oder Schultern.
– Sauen liegen länger als sonst, stehen nur widerwillig auf.
– Ferkel drängeln sich extrem an die Sau (Zeichen für zu kalte Umgebung).


Die Lösung: So beugst du Lahmheiten vor

1. Stallklima checken – aber richtig!

  • Temperatur: Ferkel brauchen 24–26°C, aber die Sau darf nicht schwitzen. Lösung: Zonenheizung – Ferkelnester mit Wärmelampen oder Heizplatten, während die Sau in kühleren Bereichen liegt.
  • Zugluft killt: Luftgeschwindigkeit im Winter max. 0,2 m/s. Prüfe mit einer Kerze: Flackert die Flamme? Dann zieht’s. Dichtungen an Türen, Jalousien an Lüftungsschächten – alles, was hilft.
  • Luftfeuchtigkeit: Zu trocken reizt die Atemwege, zu feucht fördert Keime. Ideal: 60–80%. Ein Hygrometer kostet wenig und spart Ärger.

2. Liegeflächen optimieren – ohne teure Umbauten

  • Stroh ist Gold wert: Eine dicke Schicht (mind. 20 cm) isoliert gegen Kälte und federt Druckstellen ab. Besonders wichtig für die Schultern!
  • Gummimatten mit Strohauflage: Wenn Betonboden Pflicht ist, kombinier ihn mit weichen Unterlagen. Aber Achtung: Nasse Matten = Rutschgefahr!
  • Wärmequellen für die Sau: Infrarotstrahler über Liegeplätzen helfen, wenn die Sau nach dem Absetzen friert. Aber nicht zu heiß – sonst sucht sie die Kälte und die Ferkel leiden.

3. Management: Beobachten und handeln

  • Frühwarnsystem Ferkel: Drängeln sich die Ferkel an die Sau? Dann ist es zu kalt. Reagiere sofort – sonst lahmt die Sau in 2–3 Wochen.
  • Bewegung fördern: In der Säugephase brauchen Sauen Platz. Zu enge Buchten führen zu Muskelabbau und Gelenkproblemen. Wenn möglich, Auslauf oder größere Abferkelbuchten anbieten.
  • Futter anpassen: Im Winter brauchen Sauen mehr Energie. Hochwertiges Futter mit ausreichend Mineralien (v. a. Calcium und Phosphor) stärkt Knochen und Gelenke.

4. Notfallplan: Wenn’s schon zu spät ist

  • Erste Hilfe bei Lahmheit:
  • Kühlung bei akuten Schwellungen (z. B. mit kaltem Wasser oder Eisbeuteln).
  • Weiche Unterlage (Stroh, Gummimatte) entlastet die Gelenke.
  • Schmerzmanagement: Sprich mit deinem Tierarzt über entzündungshemmende Mittel – aber Vorsicht, nicht einfach drauflos behandeln!
  • Dokumentieren: Welche Sau lahmt? Wann? Wie stark? So erkennst du Muster und kannst gezielt gegensteuern.

Fazit: Vorbeugen ist besser als heilen

Lahmheiten nach der Ferkelaufzucht sind kein Schicksal – sie sind oft hausgemacht. Mit ein paar einfachen Kniffen kannst du viel erreichen:
Stallklima optimieren (Temperatur, Zugluft, Feuchtigkeit).
Liegeflächen verbessern (Stroh, Matten, Wärmequellen).
Bewegung und Futter anpassen.
Frühzeitig handeln – bevor die Sau humpelt.

Und denk dran: Eine gesunde Sau ist eine leistungsfähige Sau. Investierst du jetzt in bessere Bedingungen, sparst du später Tierarztkosten und Ärger.

Falls du konkrete Fragen hast – schieß los! Ich helf dir gern, die beste Lösung für deinen Stall zu finden. Und wenn’s richtig schlimm ist: Hol dir einen Tierarzt dazu. Aber oft reicht schon ein bisschen mehr Aufmerksamkeit – und ein bisschen mehr Stroh.

Bis bald im Stall!
Dein Marco

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Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei ernsthaften Beschwerden oder Unsicherheiten bitte immer einen Tierarzt aufsuchen.


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